Andersrad

gleich und doch verschieden

Pleiten, Pech und Pannen beim 10er in Wels

| Keine Kommentare

Momentan bin ich reiner Läufer. Ich gehe nicht schwimmen und fahre kaum Rad.

Aber Laufen geht recht gut und bin ich motiviert. Das geht sogar soweit dass ich micht wieder einmal für einen Marathon angemeldet habe (12.4.26 in Linz). Deswegen galt es zur Formüberprüfung noch einen 10er zu laufen. Es sollte genau 4 Wochen vor dem Marathon sein, damit es den Trainingsplan nicht über den Haufen wirft. Da es zum gewünschten Termin einen AIMS-vermessenen Lauf in Wels im Rahmen des dortigen Halbmarathons gibt hatte ich mich schon vor Monaten dazu angemeldet.

Mein Training lief bislang nahezu perfekt. Nur einen einzigen lockeren Lauf musste ich krankheitsbedingt seit Trainingsstart Anfang November auslassen. Das Training nach Watt verlief unspektaktulär, aber ausreichend fordernd, jedoch nie überfordernd und ich hatte bis zu meinem Krankheitstag sogar einen 70-Tage-Laufstreak! Auch danach bin ich bereits wieder bei 46 Tagen mit mindestens 20 Lauf-Minuten angelangt.

Und die Form geht kontinuierlich nach oben. Bei einem Test-5km-Lauf kratzte ich Mitte Jänner schon an der 20min-Marke. Vielleicht würde ich auch endlich über 10km eine „magische“ Hürde unterbieten können?

Da ich ja jede Woche im Welldorado zum Schwimmtraining bin kann ich die aktuelle Baustellensituation rund um die Welser Messe recht gut beobachten und ich fragte mich schon seit ein paar Wochen ob der geplante Streckenverlauf, der genau durch die Baustelle führen würde, so auch zustande kommen könnte. Ein paar Tage vor dem Bewerb kam dann die Gewissheit: die Strecke wurde geändert, adieu AIMS-Vermessung.

Nichtsdestotrotz dachte ich dass trotzdem alles passen würde. Leider falsch gedacht.

Der Tag fing schon nicht besonders gut an: es war recht kalt und bei mir daheim regnete es auch leicht. Zum Glück war es in Wels trocken, aber mit 6°C doch noch recht frisch. In der letzten Info-Mail hatte es geheißen dass die Läufer:innen im Welldorado sich auch umziehen konnten. Das wollte ich nutzen, doch da das Welldorado zur selben Zeit öffnet wie mein Lauf startet stand ich dann leider vor verschlossenen Türen. Gut, dann wieder zurück zur Stadthalle Wels wo auch die Startnummernausgabe sowie das Ziel war – dort waren immerhin auch ein paar Garderobenständer.

Nach dem Einlaufen kam dann wieder eine kleine Panne – die ging aber voll und ganz auf meine eigene Kappe: ich löschte irrtümlich mein vorbereitetes „Training“ auf der Uhr über das ich den Lauf nach Watt pacen wollte. Das war insofern wichtig, da mit den normalen Einstellungen nach Leistung zu laufen nicht so gut möglich war – ich musste mich beim Lauf also noch stärker vom Gefühl leiten lassen.

Startschuß!

Gemeinsam mit fast 400 anderen StarterInnen (5km und 10km-Lauf) ging es los. Es galt 2 5km Runden zu absolvieren, Start und Ziel beim Welios bzw. Stadthalle und die Runde führte mehr oder weniger die Traun abwärts bevor es dann retour ging.

Ich komme recht gut in den Lauf hinein, natürlich im allgemeinen Starttrubel einen Hauch zu schnell (erster Kilometer in 3:52!). Danach hatte sich das Feld soweit sortiert und es ging zuerst durch ein paar Straßen bevor es die Traun entlang ging. Doch nach mehr als 2,5km war noch immer keine Rede von irgendwelchen Kurven oder Wendepunkten um wieder retour zu kommen. Nachdem aber alle so weiterliefen blieb mir auch nichts anderes übrig.

Dann nach etwas mehr als 3km kommt plötzlich die Spitzengruppe wild gestikulierend entgegen dass gewendet werden muss, sie seien bereits zu weit gelaufen. Plötzlich mich wieder in einem vollen Feld befindend geht es vom Traunweg hinunter durch ein paar Gassen und dann über einen steilen Schotterweg wieder hinauf zum Traunweg. Meine Stimmung ist um Keller – wie wohl bei fast allen rund um mich herum ist nicht klar wie es wohl weitergeht – vor allem frag ich mich wie es dann auf der 2. Runde sein soll?! Ich hatte mir im Vorfeld ja auch auf der Karte angesehen wie die Strecke verläuft und bin schließlich nicht komplett ortsunkundig, aber so wie wir liefen war es komplett anders als es hätte sein sollen… Vor allem fragte ich mich wie das passieren kann – zu Beginn waren mir doch so einige Streckenposten aufgefallen, an für mich jedoch nicht unbedingt nötigen Stellen (gefühlt eher an Hauseinfahrten als möglichen Abzweigungen) – wieso dann genau an den neuralgischen Stellen dann plötzlich nicht mehr?!

Einige der 5km-Läufer blieben nach 5km dann einfach stehen (das Ziel war aber noch einiges entfernt) und blickten recht verzweifelt – kein Wunder: wenn man auf 5km all-out paced und dann noch über ein Kilometer zu laufen ist ist das gelinde gesagt bisserl zach…

Ich war nach ca. 6,5km wieder beim Start-Ziel-Bereich und musste in die 2. Runde gehen, hatte meine Pace mit um die 4min/km gehalten, war aber extrem unkonzentriert – vor allem weil ich mich gedanklich darauf einstellte wohl 12-13km zu laufen. Und bei meinem derzeitigen Tempo musste ich da wohl unbedingt platzen!

Überraschenderweise wurden wir nach etwas mehr als 7,5km aber schon wieder retour in Richtung Ziel inmitten der langsameren 5km-Läufer geleitet. Wirklich aus machte mir das nichts, trotzdem war es einfach nur seltsam. Kurz danach stellte sich dann leider auch noch etwas Seitenstechen bei mir ein sodass ich eine Spur nachlassen musste.

Naja…

Im Ziel zeigte mir meine Uhr dann 9,03km mit einer Zeit von 36:02min an – die sub40 wären also knapp geworden, eine neue PB aber wohl fix. Das war mir zu dem Zeitpunkt aber nur mehr egal. Ich war nur sauer dass auf der Strecke so ein Chaos herrschte. Die 5km-Läufer hat es sicher schlimmer als mich erwischt, denn die mussten ja deutlich mehr laufen. Ich hörte aber von anderen 10km-Läufern dass sie über 11km auf der Uhr hatten!

Nach kurzer Zielverpflegung zog ich mich dann gleich an und fuhr (doppelt) stinkig nach Hause. Im Vorfeld hatte ich mir ja sogar einen Platz auf dem Treppchen meiner AK ausgerechnet (zumindest nach den Zeiten und den Vorjahr), aber das hätte ich gefühlt nicht verdient gehabt da ich nicht wusste ob ich nun zu wenig gelaufen war oder nicht. Für mich wäre eine Disqualifikation auch in Ordnung gewesen.

Im Endeffekt wurde ich auf gesamt Rang 15 von 175 und 6. in meiner AK von 26 geführt, das war aber mehr als egal. Rein von der Leistung mit 276W und ca 4:00min/km her war es ein Erfolg und ich bin schon sehr gespannt wie der Marathon werden wird. Meine letzten Versuche sind ja allesamt komplett in die Hose gegangen (krank, verletzt, Verletzung im Bewerb, abgesagt wegen Hochwasser…).

Alles andere als eine Verbesserung meiner 3:41 von Wien 2014(!) wäre eine schlimme Niederlage, theoretisch wäre wohl wieder sowas zwischen 3:15 und 3:20 möglich…

 

P.S.: schon 2 Stunden nach Bewerbsende kam eine Mail-Entschuldigung vom (renommierten!) Veranstalter mit Gutscheinermäßigung von 20€ für andere Welser Laufbewerbe bzw. die selbe Veranstaltung 2027 – aber einzulösen bis Ende März! Noch dazu wo die Anmeldung für nächstes Jahr erst am 1. April aufmacht… Irgendwie seltsam…

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.