Obwohl ich eigentlich aktuell nur mehr laufe und nur ganz wenig radfahre und gar nicht schwimme konnte ich der Versuchung des Trumer Triathlons (meines Lieblingsbewerbs) nicht widerstehen und probierte es wie auch letztes Jahr wieder über die Sprintdistanz.
Einmal schwimmen 2026 (weniger als 1km) und gerade mal ein bisschen mehr als 500km am Rad (wovon auch ca. 100km mit Familie war) – nicht so ideale Vorraussetzungen. Im Gegensatz dazu sind die 1800km in den Laufschuhen (am Weg zu einem Jahres-Umfangs-Rekord!) schon eine andere Hausnummer. Wobei gerade nach dem Mondsee-Halbmarathon ich noch nicht so wirklich wieder im Training drinnen bin: zuerst bewusst versucht zu regenerieren und wenig zu machen und dann ab Ende Juni plagte mich bis heute ein muskuläres Ziehen im rechten Oberschenkel hinten. Deswegen musste ich auch beim wiedergestarteten Marathon-Trainingsplan schon Einheiten ausfallen lassen bzw. konnte ich noch nicht testen wo ich eigentlich leistungsmäßg gerade stehe. Denn die 3min-Tests gingen zwar zum Durchführen, aber gut lief der letzte diese Woche nicht und ich hatte von 329W auf 314W abgebaut. Längeren Test wie 5km oä konnte ich noch nicht wieder durchführen.
Wie gesagt war ich heuer noch nicht so viel am Rad gesessen und wenn dann eher am Rennrad als am Zeitfahrer. Mit letzterem hatte ich dann doch noch zumindest eine Testfahrt letzte Woche und es machte überraschenderweise deutlich mehr Spaß als das RR und war auch schneller. Somit war dann doch etwas Vorfreude da!
Doch am Renntag kam dann leider eine unliebsame Überraschung: beim Vorbereiten des Rades zerbröselte die Schaltzughülle fürs hintere Schaltwerk – somit waren die untersten 3 Gänge gar nicht schaltbar – für die hügelige Strecke in Obertrum somit ein No-Go. In der verbleibenden Stunde das zu versuchen zu reparieren war mir dann doch zu stressig (abgesehen davon dass ich sowas beim TT noch gar nie gemacht hatte), also entschied ich dann doch mit dem RR anzutreten. Die elektrische Schaltung ist ja doch sehr angenehme und die Scheibenbremsen würden zumindest die Abfahrten besser zu fahren machen als die Kork-Felgenbremsen mit geringer Bremskraft am TT.
Zum ersten Mal seit Jahren musste ich wieder öffentlich anreisen (Familie benötigte den PKW) und leider pfuschten mir Baustellen und Schienenersatzverkehr so dazwischen, dass ich zuerst nach Salzburg und dann mit der Schnellbahn wieder retour nach Seekirchen fahren musste. Das dauerte dann doch über eine Stunde und war deutlich teurer als bei der Rückfahrt die Direktverbindung von Neumarkt nach Vöcklabruck.
Es geht wieder los
Sonniges, trockenes Wetter mit kaum Wind und Temperaturen knapp unterhalb der 30°-Marke sind gute Vorraussetzungen. Interessant wurde es auch durchs erstmalige Einführen eines Rolling Starts in Obertrum. Alle 10s wurden 5 AthletInnen ins Wasser gelassen. Zusätzlich hatte der Veranstalter 2 Blöcke hinsichtlich der Schwimmzeiten aufgebaut. Die schnelleren SchwimmerInnen mit einer Zeit von unter 17min und alle anderen. Da ich letztes Jahr mit ähnlichem Schwimmvolumen nach knapp unter 17min wieder an Land war stelle ich mich ans Ende des schnelleren Blocks und es passt vom Tempo im Wasser dann auch recht gut. Nur bin ich wiedermal seitlich zu weit von anderen entfernt um am Weg zur 1. Boje Wasserschatten nutzen zu können. Aber der Rhythmus und das Atmen funktioniern soweit gut. Nach der 2. Rechtskurve geht es in Richtung Ufer. Durch die nun von vorne kommende Sonne und meine beschlagene Brille sehe ich kaum etwas und versuche mich an vor mir schwimmenden Köpfen so einigermassen zu orientieren. Die Kraft in den Armen hat nach den ersten paar hundert Metern wieder deutlich nachgelassen – kein Wunder wenn man nichts trainiert – und somit kann ich gar nicht meine ganze Zuglänge ausnutzen selbst wenn ich wollte, die Kraft dafür ist einfach nicht da.
An Land angekommen ist die Schwimmzeit mit 17:32min ganz in Ordnung (Platz 353 von 518 klassierten), doch der Weg in die Wechselzone fühlt sich gar nicht gut an. Es laufen doch so einige andere an mir vorbei, das normalerweise in der Form so nicht der Fall ist. Es fühlt sich einfach nur träge an. Der ganze Wechsel in T1 ist mit 3:10min (auf Platz 264 vorangekommen) aber dann doch ein bisschen schneller als letztes Jahr, meine Bestzeiten sind aber 30s schneller. Es wäre sicher auch mit einem besseren Wechselplatz schneller gegangen, jedoch war mein Wechselplatz ganz am Anfang und somit viel mit Rad zu laufen gewesen.
Rennrad ist doch ganz anders zu fahren
Beim Losfahren mit dem Rad läuft eigentlich zuerst alles gut, doch leider passiert dann doch ein kleines Malheur: mein Klettverschluß hängt sich aus und ich muss ihn wieder zwischen den engen Kurven im Ortsgebiet richtig einfädeln ohne mich oder andere zu gefährden.
Danach merke ich gleich einmal den ersten deutlichen Unterschied zum TT: am flachen Stück aus Obertrum hinaus fehlt mir deutlich der Auflieger um den Oberkörper zu entspannen. Im Untenlenker ist das Fahren doch um einiges anstrengender. Zusätzlich kann ich auch nicht trinken, da warte ich auf die erste Steigung um die Flasche hinter dem Sattel rauszuholen und einen Schluck zu machen. Das zieht sich dann generell durch die ganze Fahrt: ich trinke vielleicht ähnlich wie viel wie sonst, aber eher in größeren Mengen auf einmal als immer wieder mal einen kleinen Schluck zwischendurch machen zu können.
Ansonsten geht das Radfahren ganz gut: ich bin permanent am Überholen und werde selbst nur selten überholt. Aber das Ausrasten am Auflieger fehlt einfach. Dafür geht die Abfahrt in den Ort hinunter einfach für mich ziemlich genial. Mit den Scheibenbremsen (sowie trockener Fahrbahn) traue ich mich deutlich mehr als sonst und es fühlt sich dabei auch noch sehr sicher an. Obwohl nicht viele andere gleichzeitig mit mir hinunterfahren rausche ich dann doch mit deutlichem Geschwindigkeitsvorteil an dem ein oder anderen vorbei.
Die 2. Runde verläuft ähnlich, die Anstrengung wird aber natürlich größer und obwohl mir nur ca. 10W auf letztes Jahr fehlen bin ich deutlich langsamer: fast 3 Minuten!! Zum ersten Mal beim Sprint über 50min tut mir dann schon psychisch etwas weh, auch wenn ich mich wieder im Rennen deutlich verbessert habe: Platz 135 bzw. 112. Radzeit!
Der Wechsel ist in Ordnung, nur schmerzt das aufgeheizte Granulat am Platz auf den Füßen und nach 1:24min bin ich auf der Laufstrecke. Ein paar Sekunden habe ich dabei hergeschenkt weil ich keine Druckstelle durch Granulat oder Zunge in den Laufschuhen wollte.
Konstant zügig, aber insgesamt langsam
Jetzt kommt meine derzeitige beste Disziplin. Mein Ziel beim Laufen war mit mehr Leistung als letztes Jahr (261W) unterwegs zu sein und vielleicht sogar in Richtung höhere 270W zu laufen. Pustekuchen!
Schon von den ersten Schritten her merke ich dass da nicht so viel geht heute. Ich kann zwar ein konstantes, zügiges Tempo so um die 4:30min/km (bzw. insgesamt leicht darunter) laufen, aber zulegen geht einfach nicht. Das frustriert mich schon sehr während dem Lauf. Hie und da überhole ich und werde ich auch überholt. Auch wenn es heute wieder meine beste Einzelleistung (85. Laufzeit) ist hätte da doch noch mehr drinnen sein müssen. Aber gut, hilft ja nichts.
Mit 23:10min (253W!!) bin ich ein paar Sekunden langsamer als letztes Jahr und komme gesamt nach 1:35:44h ins Ziel, das ergibt Platz 110 gesamt (von 518), bzw. 96. Mann (von 317) und 27. in der AK (von 77). Dass ich aber gesamt 4min hinter der eh schon nicht so tollen Leistung von 2025 bin ärgert mich doch sehr. Eigentlich hätte ich mit heute meine Triathlon-Laufbahn einstweilen mal ausklingen lassen wollen, aber so kann und will ich das irgendwie nicht stehen lassen. Doch ob ich mich für nächstes Jahr mehr motivieren kann?!
Leider hat auch das heurige Obertrum-Goodie meine Laune nicht wirklich gebessert. Denn mit einer Espressotasse kann ich als Nicht-Kaffeetrinker nicht wirklich was anfangen.
Insgesamt bin ich also jetzt auch noch 2 Tage später etwas über mich selbst verärgert, dass ich nicht doch ein bisschen mehr trainiert habe und dass ich mein Rad nicht vorab besser im Auge gehabt habe. Naja, das wird auch wieder vergehen…