Andersrad

gleich und doch verschieden

Eine Hetz‘ am Berg

| Keine Kommentare

Zur Abwechslung zu den hauptsächlich Laufwettkämpfen stand letzten Freitag mal was anderes am Programm – ein Bergzeitfahren in Nussdorf am Attersee über gerade mal 4,2km und dafür 270 Höhenmeter. Da kann man seine Grenzen so richtig austesten…

Die Rennstrecke hatte ich mir am Sonntag davor einmal angesehen und war sie im stömenden Regen hinaufgefahren. 17 Minuten hatte ich dafür benötigt und war zügig, aber nicht am letzten Anschlag hinaufgedüst. Auf der Strecke gibt es immer wieder flachere Abschnitte wo man drücken muss bevor es wieder steiler wird. Aber einen ganz extremen Anstieg über 20% gibt es dabei zum Glück doch nicht.

Das Rennen selbst ist in sehr familiärer Atmosphäre gehalten, es gibt keine Voranmeldung und man kommt einfach hin, meldet sich an und erhält dazu die individuelle Startzeit (Startintervall 1 Minute) und ein Startersackerl, das für einen zum Gipfel gebracht werden kann. Hier kann man zB noch ein Wechselgewand oder Licht fürs Heimfahren hineintun, wenn man das vorher weiß. 😉

Als ich meine Startnummer (aus Stoff!) abgeholt habe habe ich dann noch ca 80 Minuten bis ich den Berg hinaufheizen darf. Mit Laufkollege Armin (er startet 4 Minuten nach mir) fahre ich noch gemeinsam locker am See in Richtung Parschallen wo seine Familie einen Badeplatz hat. So vergeht die Zeit und nach etwas Einfahren am Weg retour und noch zusätzlichen kurzen Antritten (auch um den richtigen Startgang einzulegen) stehe ich an der Startlinie.

Dieses Mal und zum ersten Mal auf einem reinen Rennrad! Das von mir Charlene getaufte Focus Cayo habe ich gebraucht vor knapp 2 Wochen extra für diesen Zweck erstanden (abgesehen davon kann man einen Renner immer mal brauchen). Sie ist zwar schon ein paar Jährchen alt (2012), aber noch in sehr gutem Zustand und hat nur wenige Kilometer am Buckel. Die eingebaute 3-fach-Kurbel ist ebenso für so einen Zweck das richtige für mich damit ich den Berg gut hinauf komme.

Vom Start weg geht es gleich einmal steil weg. Das Herz beginnt gleich richtig zu arbeiten als ich fest in die Pedale trete. Nach den ersten 300m wird es etwas flacher und ich kann (endlich) durchschnaufen. Da habe ich doch etwas zu stark begonnen. Die noch kommenden Höhenmeter erscheinen mir gerade unmöglich.

Doch ich kann mich einigermaßen erholen bevor es wieder steiler wird. Nach gesamt 1,5km geht es dann so richtig los – und ich werde gleich einmal von dem nach mir startenden überholt. Alter Schwede, der muss ja ordentlich hineingetreten haben…

In der kommenden Waldpassage entfernt sich der andere immer weiter und ich kämpfe mit meinen brennenden Oberschenkeln und meinem in die Höhe steigenden Puls.

Nach einem Kilometer Gequäle wird es wieder etwas flacher bevor es zur Abzweigung zum Dachsteinblick – dem Ziel – geht. Ein paar Zuschauer feuern an, doch ich bin bereits ganz im „Wettkampf-Tunnel“ drinnen. Dann hier nach gesamt 3km kommt nun das steilste Stück der Strecke. Noch einmal werde ich überholt und versuche noch einmal was aus mir herauszuholen. Ich bin aber schon ziemlich leer. Dann endlich das kurze leichte Bergabstück bevor es noch die letzten 200m hinauf ins Ziel geht. Nur 200m und doch tut es so weh. Mein Magen beginnt auch zu rebellieren und ich kämpfe mit den letzten Höhenmetern, damit meinen Mageninhalt drinnen zu lassen und meinen aufgeben wollenden Muskeln.

Dann – endlich – die Ziellinie. Nach 14:07 Minuten rolle ich darüber und brauche erst einmal ein paar Minuten bevor ich wieder ansprechbar bin bzw. einen Ton hinausbringe. Hui, das war bis jetzt mein kürzester Wettkampf. Kurz und wirklich verdammt knackig. Aber irgendwie auch verdammt lässig. In der Gesamtwertung werde ich 43. von 85 und in der AK nur 9. von 11. Dafür habe ich es bei der Vereinsmeisterschaft auf den 2. Platz gebracht. 🙂

Oben bei der Jausenstation lasse ich es noch bei Bratwürsteln und mit einem Tombola-Gewinn ausklingen bevor ich in der einsetzenden Dämmerung noch nach Hause glühe (Licht hatte ich vergessen).

Eine insgesamt recht schöne und weiterempfehlenswerte Veranstaltung, die es zumindest noch 2 Jahre geben wird. Ob sich danach jemand findet der sie fortführt ist leider noch nicht klar… 🙁

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.