Andersrad

gleich und doch verschieden

Triathleten sind schon Masochisten (dieses Mal beim Linztriathlon)

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Endlich wieder Triathlon! Nach meiner Absage für die Challenge Roth geht es trotzdem auf die eigentlich al Vorbereitung auf Roth gedachte Mitteldistanz in Linz. Nachdem ich dort bisher immer nur im Sprint am Start gestanden bin eine neue Erfahrung für mich.

Immerhin ist es insgesamt schon meine 7. Mitteldistanz und es geht um das 6. Finish (3xObertrum, 2xPodersdorf, 1xZell/See DNF).

Das schöne in Linz ist immer dass ich am Wettkampftag mit dem Zug anreisen kann. Das Stück vom Bahnhof zum Pleschingersee ist nicht allzu lang. Wobei es mir heuer ein bisschen Prügel vor die Füße geworfen hat: die Landstraße und Nibelungenbrücke wollte ich aufgrund der Pflasterung nicht fahren, die Eisenbahnbrücke gibt es ja nicht mehr, also ging es zur Autobahnbrücke um über die Donau zu gelangen. Doch dort angekommen: gesperrt! Grrr! Also doch wieder die Lände entlang retour zur Nibelungenbrücke und dabei den zig Scherben von diversen Nachtschwärmern ausweichen. Dass ich mir dort keinen Platten eingefangen habe grenzt an ein Wunder!

Am Pleschingersee angekommen ist ausreichend Zeit die Startunterlagen abzuholen und das Rad mal grob einzuchecken und anschließend dem Sprintwettbewerb zuzusehen. Gerade das Auf- und Absteigen auf das Rad sollte man sich für das eigene Verhalten mal genauer ansehen. Manche AthletInnen benötigen da fast 30s um auf ihr Rad draufzukommen während andere weder Zeit noch Tempo verlieren. Für das abschließende Laufen sind 30s ja nicht gerade wenig – sondern 6s/km, das muss man erst einmal schneller laufen!

Neo erlaubt

Für die Mitteldistanz ist der Neoprenanzug gerade noch erlaubt (bei den anderen Bewerben Sprint und Olympisch ist er verboten) – haben sich die paar Einheiten im Baggersee mit Neo also doch ausgezahlt und waren nicht umsonst.

Nach der üblichen Waschmaschine am Start komme ich ganz gut in einen Rhythmus hinein und kann immer im Wasserschatten die erste Runde von zwei schwimmen. In knapp über 18min für den ersten Kilometer liege ich auch ganz gut in der Zeit.

Der Landausstieg ist allerdings nicht so toll, mir wird etwas schwarz vor Augen und extrem heiß bevor ich mich wieder ins Wasser stürzen kann. Dort finde ich zwar wieder einen Rhythmus, allerdings habe ich niemanden mehr an den ich mich hängen kann. Außerdem schwimme ich zu weit rechts und komme nicht wieder nach links zu anderen hinüber. Die Arme fühlen sich auch schon eher bleiern an und insgesamt bin ich auch langsamer.

Dann nach 37:06 Minuten bin ich endlich wieder an Land. Die Zeit ist ganz passabel, allerdings angesichts meiner Umfänge im Winter doch auch enttäuschend, da hätte ich mir eine 36 oder gar 25 vorne erwartet. Mit Platz 185 von 324 geht es Richtung Wechselzone. Flott ist aber etwas anderes. Die Beine sind schwer und mir ist vom Schwimmen noch etwas schummrig zumute. Der Wechsel selbst verläuft unspektakulär (2:56 Minuten, 11 Plätze verbessert) und dann geht es hinaus auf die Radstrecke.

Plan und Wirklichkeit

Auf den 2x45km mit insgesamt ca. 1000Hm will ich mich besonders auf der ersten Runde noch zurückhalten und strikt an den Leistungsmesser halten und mit max. 170W kurbeln. Zusätzlich möchte ich alle 15-20km einen Riegel mit ca 184kcal einwerfen damit ich entsprechend versorgt bin.

Abgesehen davon dass mir bei einem der ersten Anstiege die Kette herausspringt und ich dafür stehen bleiben muss verläuft alles soweit gut zu Beginn. Ich habe das Gefühl noch etwas zurückzuhalten und verpflege mich auch so wie gedacht. Bei manchen Abfahrten habe ich jedoch leichte Magenprobleme und muss das „Wasser rausrülpsen“ – anscheinend habe ich dabei zuviel Luft mitgetrunken.

Gegen Ende der 1. Runde merke ich aber dass die Beine nicht mehr wirklich locker sind. Der Gegenwind macht mir hier zusätzlich zu schaffen. Bei der Labe bei km 50 passiert mir allerdings ein grober Fehler: im Vertrauen darauf dass meine Aeroflasche vorne voll ist nehme ich eine Wasserflasche, kühle mich damit ab und werfe sie dann weg(!). Keine 10km später ist meine verbliebene Flasche aber ratzeputz leer! Somit muss ich nun ca. 20km ohne Flüssigkeit auskommen und kann somit auch nichts essen, da ich die Riegel ohne Wasser nicht runterbekomme.

Die Zunge klebt am Gaumen, die Beine werden noch schwerer, die Leistung wird schwächer und zusätzlich schmerzt der Nacken schon so dass ich nicht mehr die ganze Zeit in der Aero-Position fahren kann sondern mich dazwischen immer wieder aufrichten und entspannen muss.

Dann endlich die erlösende Labe: ich nehme eine Flasche ISO, leere sie in meinen Tank vorne und zusätzlich noch eine Wasserflasche. Nur ist das ISO leider keines, das dürfte der Helfer anscheinend verwechselt haben. Gut, sei ihm verziehen, jeder darf Fehler machen, hauptsache ich habe Flüssigkeit!

Die letzten Kilometer ziehen sich noch etwas, aber dann geht es mit ein paar Regentropfen (anscheinend hat es die Minuten vorher in der WZ stärker geregnet) in T2 hinein. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31km/h und 2:53:12 für den Radsplit (174. Zeit, gesamt 169. zu diesem Zeitpunkt) kann ich trotzdem zufrieden sein. Dabei habe ich auch insgesamt 4 Riegel mit in Summe ca 720kcal zu mir genommen. Ich hätte zwar mehr essen wollen (1-2 Riegel), habe aber dann am Ende wieder mit Flüssigkeit nur mehr einen halben heruntergebracht.

In T2 bin ich 1:59 Minuten bevor es als 166. zum Laufen geht.

Au, au, au

Schon die ganze 2. Radrunde habe ich mir Gedanken zu meiner Laufpace gemacht und diese sukszessive nach oben korrigiert. Vor dem Wechsel wollte ich dann den Halbmarathon in 5:10min/km anlaufen.

Doch bereits die erste von 4 Runden auf einer nahezu ebenen Wendepunktstrecke am Donaudamm ist schwer. Es fühlt sich zwar weit nicht so schlimm an wie letztes Jahr in Obertrum, aber gut und leicht auch nicht gerade.

Nach dem ersten obligaten schnellen Kilometer in 5:00 geht die Pace schnell nach oben und in Richtung 5:30. Dass ich bei den Wendepunkten wo auch die Laben sind immer gehe während ich mich verpflege macht mich insgesamt natürlich auch nicht schneller. Aber ich schaffe es dann doch immer wieder zur nächsten Labe durchzulaufen.

Auf der 2. Runde kommen dann die Zipperlein: das rechte Knie (andere Stelle als bei meiner Verletzung), die Knöchel, usw. und der Kopf will eigentlich auch nicht mehr so richtig weitermachen. Wie gerne würde ich mit den letzten TeilnehmerInnen der olympischen Distanz tauschen die nur mehr ins Ziel laufen müssen!!

Zu Beginn der 3. Runde denke ich mir dass es unmöglich ist nochmal 2 ganze Runden zu bewältigen. Doch überraschenderweise geht es noch relativ konstant weiter und ich werde nur wenig langsamer. Zwar schon über 5:30min/km, aber bis auf einmal noch immer unter 6min/km! Vielleicht helfen doch die Gels die ich in der Mitte jeder Runde einwerfe.

Dann endlich geht es auf die letzte Runde. Und ich kann das Tempo wieder anziehen und unter 5:30 laufen! Diese letzten 3km werden doch auch noch irgendwie zu packen sein. Es tut zwar nur mehr alles weh und wie immer möchte ich mich nur mehr hinlegen und sterben, aber die Beine laufen automatisch weiter.

Ein letztes Mal noch vom Damm hinunter, bei der Labe vorbei und dann geht es ins Ziel! Auf der letzten Runde konnte ich sogar noch 2 andere Läufer überholen. Im Ziel fällt wieder mal alles von mir ab und mit der Gesamtzeit von 5:31:21 kann ich durchaus zufrieden sein!

Den Halbmarathon habe ich in 1:56:05 als 181. beendet. Gesamt platziere ich mich auf Platz 162 von 319. Zwar knapp in der 2. Hälfte der TeilnehmerInnen, aber angesichts des etwas schleifen gelassenen Trainings der letzten beiden Monate und dem Trainingsrückstand beim Laufen bin ich mit meiner Gesamtzeit durchaus zufrieden! 🙂

Trotzdem schwöre ich mir in nächster Zeit eher auf kürzere Distanzen zu setzen, das Thema Langdistanz verschiebe ich auch nicht auf 2019 sondern wohl eher noch weiter nach hinten. Zuerst gilt es mal bei den kurzen Dingern schneller zu werden. Aber mal sehen ob diese Meinung auch noch in ein paar Tagen steht oder dann wenn die großen Langdistanzen wie IM Austria, Frankfurt, Roth oder Kona stattfinden… 😉

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