Andersrad

gleich und doch verschieden

Selbstfolterung aka Kraftübungen

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Wer kennt das nicht – egal wo man übers Schwimmen, Radfahren oder Laufen googelt – ständig wird einem ans Herz gelegt diverse Kraft- und/oder Stabilisationsübungen (vorwiegend für den Rumpf) zu machen, da man dadurch stabiler, stärker, ökonomischer und – kurz gesagt – schneller wird. Bereits ein paar Minuten am Tag sollten da schon reichen. Und für den/die PartnerIn sollte dabei auch noch was abfallen, schließlich wird man dabei ja quasi im Vorbeigehen zum Adonis bzw. dem weiblichen Pendant.

Man muss dabei nicht einmal ins Fitnesscenter, man kann viele viele Übungen auch daheim nur mit dem eigenen Körpergewicht oder eventuell ergänzt um weitere Utensilien (je nachdem wie freakig man gerade drauf ist oder frustriert durch eine Verletzung nicht laufen gehen zu können) machen.

In meinem Fall bin ich bereits die 2. Wintersaison dabei mich durch die verschiedenen 30-day-fitness-Challenges zu arbeiten. Ich habe bereits hierzu an verschiedenen Stellen das ein oder andere Wort dazu fallen lassen.

Die Challenges sind immer ähnlich aufgebaut: für 30 Tage sind bestimmte Übungen in bestimmter Anzahl vorgegeben, bei dehnen entweder die Haltezeit in Sekunden oder die Anzahl der Wiederholungen sich innerhalb der 30 Tage steigert. Gerade zu Beginn einer solchen Challenge ist man bereits mit 1-2 Minuten maximalem Zeitaufwand dabei. Dadurch lässt es sich flockig easy in die Tagesroutine integrieren – entweder am Morgen schnell erledigen, vor oder nach einer anderen Einheit oder halt abends wenn es sich vorher nicht ausgeht.. Je nach Challenge ist auch alle paar Tage ein Ruhetag dabei oder werden die Wiederholungen nicht linear mehr, sondern werden zwischendurch auch wieder mal weniger. Das variiert.

Es gibt aber ein paar Haken dabei.

Gerade durch den lockeren Beginn wird man dazu verleitet zu denken „ach, so eine Challenge ist doch Pipifax, mache ich einfach noch eine dazu“ – das kann dann soweit führen, dass man sich bei Klimmzügen mal so schnell die Zehen bricht. Oder auch einfach nur wie in meinem Fall 2 Challenges in Kombination mit dem Marcothon. Genauergesagt die Abs-Challenge bei der am Ende 125 Situps, 200 Crunches, 65 Legraises und 2min Plank stehen sowie die Wall Sit-Challenge wo man nichts weiter tun muss als an der Wand zu sitzen (ohne Sessel!) – am 30. Tag ganze 5 Minuten lang.

Übungen mit Wiederholungen sind kein Problem für mich, die kann man sich ganz gut auf Serien aufteilen (zB 3×15 Wiederholungen mit kurzen Pausen dazwischen) – nur insgesamt dauert es halt dann einfach länger bis man fertig ist. Bei den Dauerübungen wie Planks und Wallsit will ich das jedoch nicht machen. Und genau das ist dann die selbstverschriebene Folterung.

Denn bereits nach ca. 10 Tagen (je nach Fitnesszustand auch früher oder später) beginnt es richtig weh zu tun. Schon bereits zur Hälfte der Übungszeit beginnen die Muskeln zu brennen. Je nach Typus kann dabei auch Stöhnen, Seufzen und Schreien durch die Räume hallen, das ähnlich den Geräuschen im Kreißsaal oder aus dem Dschungel ist.

Doch man will nicht aufgeben. Man/Frau ist jetzt schon x Tage dabei die Übungen zu machen und das wirft man doch nicht so ohne weiteres weg! Deswegen beginnt am nächsten Tag die selbe Prozedur von neuem: Wimmern, Schreien, Zittern. In beliebiger, sich wiederholender Reihenfolge und auch in Kombinationen möglich.

Als Steigerungsstufe sei noch empfohlen die Übungen direkt im Anschluss an eine (harte) Laufeinheit zu machen. Ist auch eine gute Möglichkeit unliebsame Hausgäste zu vertreiben.

Dh man quält und rackert sich so durch die vollen 30 Tage und kann es kaum erwarten bis diese endlich vorbei sind. Im Vorbeigehen hat man somit am Ende des Monats eine schöne Anzahl an Minuten mit Krafttraining verbracht und kann zurecht stolz auf sich sein. Denn endlich ist diese Plackerei vorbei!

Und gleich am nächsten Tag mit der/den nächsten Challenge(s) beginnen.

 

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