Andersrad

gleich und doch verschieden

Ich bin ein Stahl(stadt)mann!

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die Premiere ist absolviert – mein 1. Triathlon ist gefinished. Zwar nur eine Sprintdistanz (0,75 – 20 – 5), aber jeder muss mal klein anfangen. So wie ich beim Steeltownman in Pichling nahe Linz.

Und – es gehört fast schon zu meiner Wettkampf-Routine – hatte ich einigen Stress dass ich überhaupt den Zug (ja unglaublich  – es gibt tatsächlich Triathleten die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen! 😉 ) zu erwischen. Das lauft immer so ab:
gemütlich daheim alles zusammenpacken (sofern es nicht schon ist), mit ausreichend Zeit von daheim wegradeln, sodass die 3km zu Bahnhof ganz locker gefahren werden können. Nach 2km draufkommen, dass was essentielles fehlt (letztes Mal die Laufschuhe, dieses Mal das Zugticket!), in Panik umdrehen und dabei die Frau anrufen ob sie nicht mit den fehlenden Sachen entgegenkommen kann (ebenfalls am Rad, Auto haben wir ja keins), wie der Henker in die Pedale treten, die Frau innerlich geißeln dass sie nicht schneller ist (man muss doch immer bereit sein innerhalb von 5s das Handy aufzulegen, ins Gewand und Schuhe zu springen, das Rad aus der Garage zu holen und entgegenzusprinten), Übergabe der fehlenden Sachen, wie wahnsinnig die Lunge aus dem Leib tretend zum Bahnhof hetzen um den Zug im letzten Moment zu erwischen und die restliche Zugfahrt im Zug nach einer eisernen Lunge suchen an die man sich anhängen und verrecken kann.

Von diesem kleinen Usus abgesehen komme ich ganz gut in Pichling an und hole meine Startunterlagen mit der wunderschönen Nummer 99 ab. Der Rad-Check-In geht relativ schnell und ich genieße ihn so sehr, dass ich gleich mindestens viermal meinen Rucksack zu und wieder aufmache weil ich irgendein Trum wie Socken (ok, beim ersten darf ich doch noch, oder?), Brustgurt, Kappe, etc. vergessen habe.

Die folgende Stunde bis zur Wettkampfbesprechung vergeht wie im Flug. Dass während dieser die Wechselzone geschlossen wird sagt mir jedoch keiner. Zum Glück darf ich noch mal rein und mir meine Schwimmhaube und -brille krallen, sonst wäre es ein kurzes Vergnügen geworden. Da ich dabei auch noch vergesse meine normale Uhr abzulegen darf ich dann mit 2 Uhren den Wettkampf bestreiten…

Vor dem Start schwimme ich mich noch ein bisschen im warmen Wasser (23,8° -> Neoverbot! Schade!) ein, friere in der kälteren Luft bis zum Start und dann geht es auch schon los! He, wieso hat mir denn keiner gesagt, dass vor dem Schwimmen noch eine Wasserprügelei kommt? Ach so, hab ich eh vorher gelesen?! Na gut, ausnahmsweise lass ich das durchgehen. Irre was da abläuft und irgendwie krank. Aber nach ein paar Minuten ist es zum Glück vorbei und ich kann einigermassen gut schwimmen. Die 1 Runde Dreieckskurs vergeht einerseits schnell und dann doch auch wieder nicht sodass ich auf den letzten 200m mich schon darauf freue aus dem Wasser raus kommen zu können. Insgesamt aber geht das Kraulen recht gut, nur ganz kurze Stücke um die Bojen rum (wo es sich wieder etwas dichter zusammendrängt) wechsle ich auf Brust.

Raus aus dem Wasser – mit ca. 16 Minuten bin ich exakt in meinem Zeitplan – und dann die Böschung hinauf in die Wechselzone. Beinahe schaffe ich es mich disqualifizieren zu lassen weil ich auf dem direkten Weg zum Rad unter einem Absperrband durchwill von dem ich annehme dass die Veranstalter vergessen haben es wegzutun. Zum Glück komme ich halb unter dem Band aber drauf dass ich da nicht durch soll und nehme den legalen Weg zum Rad.

Ich bin erstaunt, dass noch so viele Räder an ihren Plätzen hängen (ziemlich genau die Hälfte, da ich als 95. von 190 Starten in T1 komme) – während meinem Staunen werden das aber rasch weniger. Hinzu kommt noch dass ich ja sehr lang brauche: Socken an, Schuhe an, Schuhe zubinden, Brustgurt an, Leibch.. – verdammt wieso hat sich das verwurschtelt, wieder 20s weg, Startnummergurt drauf, Helm auf, Brille auf und als 121. ab hinaus auf die Radstrecke.

Auf dem flachen 2-Runden-Rundkurs geht es schön dahin, bin konstant so knapp über 30km/h – also doch mehr als ich erwartet hatte. Das Tuning des Crossers hat also doch noch etwas gebracht (mehr dazu noch in einem anderen Beitrag). Und trotzdem werde ich der Reihe nach rechts dahin gurkend gelassen. Nach der ersten Runde bin ich 141. . Immerhin verliere ich insgesamt nur 2 weitere Plätze auf der 2. Runde (übrigens auf beiden Runden sehr harter Gegenwind in der 2. Hälfte!!) und kann sogar noch 2 Rennradler überholen. Mit knapp unter 40 Minuten schaffe ich unglaublicherweise sogar einen 30er-Schnitt! Yeah!

Als 143. rechtzeitig vor der Abstiegslinie vom Rad springend rase ich in T2 hinein. Da ich nur das Rad hinhängen muss (was ich beinahe vermurkse, weil ich in der Hektik versuche es mit der falschen Seite von Sattel aufzuhängen) bin ich recht flott in nur 49s wieder draußen (T1 waren 2:14 Minuten!!) und schon 135.!

Jetzt kommt eigentlich meine Paradedisziplin – denn in keiner anderen habe ich in den letzten 1,5 Jahren so hart trainiert. Und doch, die paar Koppelläufe im Vorfeld sind ein Schmarren gegen das was jetzt abgeht. Das Gummigefühl ist ein sehr zaches und mit gerade einmal 4:30min/km trabe ich los. Und doch vernasche ich gleich einmal ein paar andere Läufer. Hey, cool! Auch wenn das Laufgefühl mies ist und erst nach ca. 2km es einigermassen geht bin ich ständig am überholen. Gerade einmal 3 Läufer überholen mich (wovon 1-2 eventuell schon weiter waren und eher überrundeten) und nach meiner Zählung überhole ich selber 33.
Dass dabei der letzte Kilometer mit Magenproblemen bisschen langsamer wird stört micht nicht unbedingt, doch bin ich froh als ich endlich den Zielbogen vor mir sehe!

Geil – jetzt bin ich wirklich einen echten Triathlon geschwommen, geradelt, gelaufen! YESSS!

Die Zeit ist der Hammer – 1:21:44!! Gehofft hatte ich auf unter 1:30, 1:25 nur in kühnsten Träumen und jetzt sowas.

Noch bevor ich Ziel bin denke ich mir einerseits zwar, dass es für eine olympische Distanz heute nicht gereicht hätte, aber ich es jedenfalls unbedingt machen möchte. Verglichen damit heute ist ein reiner Lauf ja direkt fad. Somit war dieser Sprint erst der Anfang… 🙂

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