Andersrad

gleich und doch verschieden

Endlich wieder Wettkampf-Luft… in Gmunden beim Sprint!

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Heuer ist an der Wettkampffront alles anders. Und doch ergeben sich langsam wieder ansatzweise Möglichkeiten sich mit anderen AthletInnen zu messen. So zB in Gmunden beim Sprinttriathlon, der heuer der erste(!) stattgefundene Triathlon in Österreich ist!

Kein Wunder also dass hierbei die geballte Elite unseres Landes am Start steht: Olympia-AspirantInnen, aktuelle und frühere Staatsmeister vom Sprint bis zur Langdistanz und Hawaii-Starter und mittendrin: ich.

Ich bin zum Glück ja corona-seitig nach wie vor gesund, allerdings war das Training seit März alles andere als strukturiert und zielgerichtet. Kaum Schwimmeinheiten (und wenn dann nur Freiwasser) und Rad und Laufen nach Lust und Laune – wenn es überhaupt dazu kam, da ich mit Knieproblemen links (normalerweise habe ich die ja rechts) nur wenig laufen konnte und wieder mit ganz kurzen Gehen/Laufen-Intervallen wieder von 0 beginnen musste.
Dazu kam in den letzten beiden Wochen beim Laufen der Zustand dass genau gar nichts ging: selbst 1km-Intervalle gingen alle nur 20-30s langsamer und superschwer vom Fuß, keine idealen Vorzeichen. Dafür sollte die Radform durchaus ansprechend sein.

Corona-Adaptionen

Die Veranstalter haben sich intensiv mit der gegenwärtigen Krise auseinandergesetzt und alles mögliche getan, damit die Veranstaltung nicht zum Bumerang für andere Veranstalter wird:

  • Einzelstarts alle 10s, aufgeteilt auf 3 Blöcke alle 40min mit 85 AthletInnen
  • die Plätze in der Wechselzone sind großzügiger und es wird darauf geachtet die Abstände zueinander beim Einrichten einzuhalten
  • keine Kreuzungspunkte von Schwimm- und Laufstrecken
  • eine Ziellabe, sondern ein Finisher-Sackerl mit Goodies
  • im Vorfeld wurde gebeten BegleiterInnen nach Möglichkeit daheim zu lassen
  • Abstände werden konsequent vom Sprecher und den HelferInnen eingemahnt
  • auch im Ziel wird man dazu ermutigt es schnell wieder zu verlassen
  • usw.

Die Liste geht noch weiter. Jedenfalls ist es meines Erachtens gut umgesetzt worden und durch die Startreihenfolge konnte man auch anderen AthletInnen bei den Wechseln oder sonst auf der Strecke zusehen.

Im 2. Block gehts los

Die Bedingungen in Gmunden sind traumhaft: kaum Wind (der kam erst gegen Ende ein wenig auf), sonnig und erträgliche Temperaturen bis 25°C.

Der Traunsee hatte jedoch durch den gestrigen Regentag ein wenig auf 17,1°C abgekühlt.

Im Vorfeld musste jedeR seine realistische Schwimmzeit bekanntgeben, angesichts dessen die Startreihenfolge erstellt wurde. Von 222 StarterInnen erhielt ich mit meinen angegebenen 14:30min für 750m somit die Startnummer 153. Dh im 2. Block eher am Ende ging es für mich dann los. (Kleine Anmerkung: nur ganz wenige StarterInnen haben ihre Zeit realistisch eingeschätzt und obwohl ich  mich ebenfalls um fast eine Minute vertan hatte war ich vom Schwimm-Rang her mit Platz 125 doch um einiges besser als meine Startnummer #153 😉 )

Unerwarteterweise kam gleich einmal ein Startsprung ins Wasser, den ich „eleganterweise“ mit einem veritablen Bauchfleck erledigte. Immerhin blieb die Schwimmbrille wo sie sollte und ich konnte loslegen. Bis zur 2. Boje des Dreieckskurses ging es auch soweit relativ direkt dahin und ich war in einem guten Rhythmus. Dann sah ich gegen die Sonne aber kaum mehr was und schwomm relativ im Blindflug und sicher nicht auf direktem Weg zum Schwimmausstieg. Dabei kam ich wieder etwas nach links Richtung Start vom Weg ab und musste am Ende ein paar Extrameter schwimmen.

Meine Zeit wusste ich nicht einmal, da ich erst am Wechselplatz auf der Uhr abdrückte, mit 15:25 war es aber doch um einiges langsamer als ich gedacht hätte.

Der Wechsel lief hingegen recht zügig trotz langer Wettkampfpause und auch der Radaufstieg klappte schnell – da hatte ich die letzten Male mehr Probleme dabei.

Dieses Jahr hatte ich nicht den Fehler gemacht die mitunter doch sehr kupierte Radstrecke zu unterschätzen, so hatte ich sie mir doch extra noch mal im Vorfeld alleine angesehen und ein 2. Mal mit Katja abgefahren. Somit konnte mich die heurige Änderung zu Beginn mit dem steilen Anstieg im Gsperr nicht aus der Ruhe bringen und ich gut dosiert Druck geben.

Ganz allgemein kurbelten die Beine sehr gut, ich fühlte mich am Rad wirklich gut, wurde kein einziges Mal und konnte stattdessen doch viele andere StarterInnen „einsammeln“ und mit dem geforderten Abstand überholen. Dabei war immer spannend zu beobachten und leicht auszurechnen welchen „Rückstand“ von der Startzeit ich aufgeholt hatte (je Nummer 10s)

Mit einem Schnitt von 33,8km/h auf den 24,5km mit >300Hm war ich schon sehr zufrieden wieder in der Wechselzone zurück und bereits auf Platz 87 vorgestossen.

(c) Manu Höllnsteiner

Und dann die Überraschung: das Laufen ging besser als erwartet und in etwa der gleichen Pace von 4:19min/km wie letztes Jahr. Das hätte ich definitiv nicht im Vorfeld gedacht, dass das über 4,5km geht! Da wäre ich schon über 4:30 – 4:40 mehr als froh gewesen.

Auch wenn die letzte der 3 Runden dann schon etwas weh tat aber noch immer konstant schnell lief kam ich dann gesamt nach 1:21:06h und auf Platz 92 ins Ziel (16. von 32 AK). Angesichts des Starterfelds bin ich damit doch sehr zufrieden, mit der Zeit und Leistung sowieso.

Danach konnte ich noch die anderen StarterInnen vom Verein anfeuern, bevor es mit dem Rad retour nach Hause ging.

Ich hoffe dass der aus meiner Sicht gelungene „Testballon“ einer Triathlonveranstaltung erlaubt auch in den nächsten Monaten weitere Wettkämpfe unter Einhaltung von Abständen etc. durchzuführen. Ich wär sicher wieder wo dabei, angemeldet bin ich bereits in Wels, Traun und Podersdorf… sofern sie stattfinden.

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