Andersrad

gleich und doch verschieden

IM 70.3 Zell/See

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…eigentlich will ich gar nicht darüber schreiben, zu schmerzvoll ist nach wie vor die Erinnerung an mein erstes technik-bedingtes DNF.

Irgendwie hat es nicht sollen sein, obwohl es der Höhepunkt von 2015 hätte sein sollen. Der Kopf war nicht so ganz bei der Sache.

Angefangen schon mit der sehr späten Quartiersuche (erst ca. 2 Wochen davor – und das für ein Wochenende wo ja auch die Weltmeisterschaft stattfindet!!) war ich auch durch den Urlaub eine Woche vor dem Wettkampf eindeutig zu wenig fokussiert. Im Urlaub konnte ich mein Rad nicht mitnehmen und es waren auch nicht so die tollen Trainingseinheiten möglich – von Gelände und Zeit-Ressourcen zwar möglich, aber der Kopf wollte bereits nicht.

Deswegen kam ich auch mit einem bereits etwas mulmigen Gefühl in Zell/See an. Nach dem Anfahrts-Stau klappte jedoch bei Registrierung und Bike-Check-In alles reibungslos und auch das abendliche Pasta-Essen in Saalfelden – noch dazu im Rahmen des Jazzfestes und dementsprechender musikalischer Untermalung – lief bestens. Von richtiger Vorfreude oder Vornervosität war aber nicht viel zu merken.

Am Wettkampfmorgen dann der erste kleine Schock als ich in die Wechselzone komme: keine Luft im hinteren Reifen! Zum Glück habe ich einen Ersatzschlauch mit, diesen also flugs hineingetan und zum Bikeservice um wieder Luft reinzupumpen. Doch leider geht nichts rein! Der (neue) Schlauch war also entweder fehlerhaft oder ich habe ihn beim Wechsel kaputt gemacht. Ist jetzt schwer zu sagen… Beim Bikeservice kann ich jedoch einen neuen bekommen und da hält jetzt auch die Luft. Puh, nochmal Glück gehabt.

Aufwärmen, Dixie-Besuch, alles klappt. Auch die Positionen meiner Wechselbeutel präge ich mir gut ein. Nur die Wartezeit auf meinen Start ist etwas lang – meine Altersklasse startet als allerletzte! Zu dem Zeitpunkt sind die erst schon wieder vom Schwimmen retour…

Das Schwimmen selbst verläuft recht gut – ich kann sehr lange im Wasserschatten bleiben und auch das Tempo ist für meine Verhältnisse akzeptabel hoch. Nach 39:45 Minuten steige ich aus dem Wasser – wow! Um einiges schneller als in Obertrum, dafür diesmal mit Neo. Ergibt Zwischenplatz 1283 bzw. 241 in meiner AK.

Der Wechsel in T1 verläuft zügig aber ohne übertriebene Hektik. Die Handgriffe sitzen und nach 4:45 Minuten steige ich aufs Rad. Die Füße sind schnell in den Schuhen drinnen und ich versuche Geschwindigkeit aufzubauen. Aber irgendwas hat Olympe. Vom Hinterrad höre ich ein regelmäßig wiederkehrendes Geräusch bei jeder Reifenumdrehung. Nicht gut. Doch bevor ich noch groß darüber nachdenken kann ob und was ich dagegen unternehmen kann – PENG! Der hintere Schlauch ist geplatzt. SHIT!!!!

Ersatzschlauch habe ich keinen mehr, den habe ich ja schon heute morgen in der Wechselzone zerstört. Ich überlege noch ob ich vielleicht zum Flicken anfangen soll – wären dann nur ein paar Minuten die ich dadurch verliere. Aber dann hau ich den Hut drauf. Hat keinen Sinn. CO2-Kartuschen habe ich keine mit und mit meiner Mini-Handpumpe bringe ich nicht genug Druck hinein, dass ich damit die ganze Strecke (der Platzer erfolgte nach 1,2km) gut fahren kann. Außerdem habe ich gerade mein Vertrauen in mein Hinterrad durch die ganzen Erlebnisse heute morgen verloren. Wer weiß wo ich dann nochmal Probleme bekomme und ohne Vertrauen eine schwierige und gefährliche Abfahrt bewältigen möchte ich auch nicht. DNF.

DNF. DNF. 3 Buchstaben und so viel Frust steckt drinnen. Ich möchte jetzt nur noch weg. Zum Glück im Unglück bin ich nicht so weit von der Wechselzone weg und schiebe deswegen retour. Dort bekomme ich ebenfalls zum Glück meine Wechselbeutel gleich wieder (der Bike-Check-Out wäre ja sonst erst viel später!).

Da ich sinnigerweise den Autoschlüssel in den After-Race-Beutel getan habe kann ich dann auch mit meinen beiden Beuteln und dem kaputten Rad zuerst noch zum Zielgelände durch die Menschenmassen hindurch pilgern um dann den ganzen Weg wieder retour zum Schwimmstart und noch weiter zum Auto zu pilgern. Währenddessen fahren immer wieder Athleten an mir vorbei was meine Stimmung nicht gerade aufheitert. Und selbst beim Auto kann ich noch nicht weg, da die Radstrecke ja noch gesperrt ist.

Als die Sperre aufgehoben wird heißt es nur noch schnell nach Hause. So hatte ich es mir nicht vorgestellt. Aber irgendwie passt es. Bis jetzt hatte ich bei den Rennen Glück gehabt. Dafür heißt es diesmal „außer Spesen nichts gewesen“. Gerade beim teuersten Saisonrennen.

 

Naja. Mittlerweile sind ein paar Wochen vergangen. Der Frust beim Denken daran ist noch da, aber eigentlich ist es mir auch wieder egal. Ob ich nochmal so was großes probieren werde wo ich nicht nur direkt am Rennmorgen anreisen kann weiß ich nicht. Lust drauf habe ich ehrlich gesagt keine. Jetzt heißt es nur mehr die Saison noch einigermaßen akzeptabel abzuschließen und dann vor allem den Kopf zu regenerieren. Der hat es bitter nötig. Und dann kann 2016 kommen. Ohne Zell/See für mich. Soviel weiß ich schon fix. Der Rest wird sich noch ergeben.

 

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