Andersrad

gleich und doch verschieden

Zipf-Gefühl

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Obwohl ich zum bereits 3. Mal in Zipf beim Crosslauf am Start stand, war dieses Mal etwas anders: frei und ohne GPS-Uhr musste ich ganz nach Gefühl laufen.

Im Gegensatz zum erfrischenden Regen vom Vorjahr sind diesmal die Wetterbedingungen nicht ganz so ideal: extrem schwül und sehr warm. Schon beim Einlaufen fließt der Schweiß nur so in Strömen.

Meine Anfahrt ist heuer anders: meine Family „wirft“ mich  2km vom Start entfernt aus dem Auto, für den Rückweg plane ich die ca. 13km retour zu laufen. In der Hektik des Einpackens und Wegfahrens von zu Hause denke ich auch nicht richtig daran was ich eigentlich alles mitnehmen muß und vergesse dabei prompt meine Uhr – eine Premiere! Das letzte Mal ohne Zeitmessung bin ich glaube ich vor mehr als 3 Jahren gelaufen… aber viele schwärmen davon dass es besser ist nur nach Gefühl unterwegs zu sein und sich nicht immer sklavisch an die GPS-Pace zu klammern – mal sehen…

Vor dem Start verpasse ich etwas dass es bald losgeht und stehe deswegen relativ weit hinten im Starterfeld. Auf dem ersten Kilometer muß ich mich deswegen dann doch etwas durchkämpfen um an eine brauchbare Position zu kommen. Die erste Steigung laufe ich mit hoher Trittfrequenz relativ locker hinauf, das passt soweit. Nach einem kurzen Verschnaufer mit einem kleinen Bergab-Stück geht es dann in den Wald in die längere ansteigende Waldweg-Passage. Hier versuche ich an meinen Vorderläufern gut dranzubleiben bzw. gegebenenfalls zu überholen. Das gelingt soweit ganz gut. Auch wenn es im Wald nicht wirklich kühler ist. Die Schwüle drückt gewaltig und der Schweiß rinnt und rinnt…

Bei der Labestelle nach ca. 3,5 km und auch bei allen weiteren nehme ich immer nur einen Becher Wasser, trinke davon 1-2 Schluck und leere den Rest in meinen Nacken bzw. über den Kopf.

Doch nach 4km und auf der nur leicht welligen Forststraße merke ich erstmals dass es schwerer wird. Ganz langsam werden meine Körner weniger.

Die letzte richtige Steigung nach ca. 5,5 km geht noch einigermaßen und am bald darauf kommenden Bergabstück von km 7-8  kann ich auch noch etwas regenerieren, doch die letzten beiden flachen Kilometer auf Asphalt beginnen wirklich weh zu tun. Vom Gefühl her ist da nicht mehr ganz so viel Tempo drinnen und vereinzelt überholen mich auch noch Läufer. In den Waden zieht es bereits ganz schön.

Im Ziel bin ich dann nach 47:13 Minuten – ca. 50 Sekunden langsamer als im Vorjahr obwohl ich dort um einiges mehr Vorbelastung hatte (dafür war das Laufwetter idealer). Außerdem fühle ich mich relativ matt und brauche einiges an Flüssigkeit und Kuchen um mich wieder aufzurappeln.

Das Heimlaufen ist auch nicht optimal. Mittlerweile hat es zu regnen begonnen und rundherum blitzt und donnert es. Schlimmer ist jedoch dass die Beine absolut nicht wollen. Vielleicht hätte ich doch nach Obertrum dazwischen einmal einen kurzen Regenerationslauf einstreuen sollen. Um den Muskelkater nicht noch größer werden zu lassen (die nächsten Tage spüre ich es kräftig in Waden und Oberschenkeln) lasse ich mich dann doch noch nach ca. 7,4km „auslaufen“ von meiner Frau abholen und heimbringen.

Hmm… laufen ist seit April nach wie vor nicht meine Lieblingsdisziplin, doch wie komme ich da wieder in ein Hoch samt Form hinein? Ob der gefühlt drölfzigste Wiedereinstieg diese Woche seit April da endlich Besserung bringt?

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