Andersrad

gleich und doch verschieden

Silvesterlauf Wels 2016

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Alle Jahre wieder… ups, Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber der Silvesterlauf in Wels hat sich jetzt bei mir fast schon als Fixpunkt etabliert. Relativ kurze Anreise – sowohl öffentlich als auch per PkW einfach möglich und „kurze“ 5km als gute Vergleichsdistanz. Zwar sehr viele eher als „sporadische“ Wettkämpfer einzuordnende LäuferInnen, aber denen kann der ambitionierte auch leicht über das davor ausgetragene Silvesterrace ausweichen, bei dem eine Zielzeit unter 20min nötig ist.

Kurzum – genau richtig für mich geeignet um zu sehen wie die Grundform nach dem bereits wieder ersten Saisonviertel entwickelt ist. Nix Tapering oder sonstwas, einfach einen harten Tempodauerlauf direkt aus dem Training heraus mit vermutlich bedingt durch die Weihnachtsfeiertage etwas Übergewicht.

Letztes Jahr konnte ich hierbei sogar eine neue PB über 5km in 19:54 markieren! Da war ich somit schneller als ein paar Monate zuvor in Gmunden auf der Bahn. Oder auch schneller als heuer in Gmunden auf der Bahn. Allerdings hatte ich vor einem Jahr auch schon ca. 640km seit Oktober in den Beinen als dieses Mal mit gut 400km. Dafür habe ich heuer einiges mehr in Technik, Ökonomie und Kraftausdauer in Form von viel Lauf-ABC, Treppentraining, Bergintervalle, Hillsprints und generell vielen Höhenmetern investiert. Dabei aber eher nach Lust und Laune als sehr zielgerichtet trainiert. Trainingsplan befolge ich aktuell keinen wirklichen.  Im Gegensatz dazu ist das Krafttraining viel strukturierter geworden. Ich versuche nun bei den Einheiten den ganzen Körper (Rumpf, Beine, Rücken, Arme) miteinzubeziehen und sie sind auch relativ intensiv.

Gut, mal sehen wie es wird. In der Woche zwischen Weihnachten und Silvester habe ich mal ein wenig angetestet wie es mit einer 4:00-Pace gehen könnte: 8x800m und 10x400m. War sehr hart bzw. bei der ersten Einheit schwer zu beurteilen, da durch die stürmischen Verhältnisse ich zuerst Rückenwind auf den Intervallen hatte und danach gefühlt gestanden bin als es retour ging.

Am Start

Die Wetterbedingungen sind auch heuer wieder sehr kalt: -4°C und komplett bedeckt, dafür aber auch windstill und trocken. Schnee ist sowieso noch keiner gefallen.

Nach dem Einlaufen inkl. den obligaten Lauf-ABC-Übungen reihe ich mich am Start für meine Verhältnisse relativ weit vorne ein und dann geht es auch schon los. Kurz nach dem Start stürzt kurz vor mir ein anderer Läufer, zum Glück kann ich und weitere LäuferInnen ausweichen, der Läufer war auch bereits wieder dabei sich wieder aufzurappeln, dürfte also nichts schlimmeres gewesen sein.

Bis zur ersten Kurve geht es wie immer eng zu und man kann noch nicht das eigene Tempo laufen. Danach wird es besser. Ich komme gut in meine gewünschte Pace hinein und laufe den ersten Kilometer in 3:59min an. Perfekt. Und fühlt sich viel besser an als die 800m-Intervalle vor ein paar Tagen. Wettkampf ist halt doch immer anders als Training alleine.

Auch der 2. Kilometer passt in 3:58min gut obwohl dabei die leichte Steigung der 2. Rundenhälte mit dabei ist. Auf der 2. Runde beginnt es aber schon hart zu werden. Wie meistens überholt mich kaum noch wer sondern eher kann ich den oder die ein oder anderen hinter mir lassen. Mein Tempo lässt aber auch nach. Nur mehr 4:04 auf km 3! Jetzt heißt es beißen.

Rein geht es in die 3. Runde. Das Laktat schießt durch meine Blutbahnen und ich kann sogar wieder Geschwindigkeit zulegen und benötige 4:01 für den 4. Kilometer. Das wird ein Sekundenkrimi!
Vor der 3. Kurve laufe ich dann auf eine große Gruppe langsamerer Silvesterläufer auf, die noch dazu einen großen Wagen mit sich ziehen. Blöd, die blockieren etwas die Straße. Zuerst versuche ich es via Seitenstreifen. Das geht sich allerdings bis zur Kurve dann doch nicht aus dass ich an denen vorbeikomme. Irgendwie kann ich mich anschließend an ihnen vorbeimogeln, es hat aber natürlich ein paar Sekunden gekostet.

Die Pace ist jetzt wieder bei 3:59 angekommen. Das ist aber für eine Zeit unter 20 Minuten wohl zu wenig. Da die Lunge brennt, die Muskeln steinhart werden und die Laktatparty weiter fröhlich steigt kann ich aber nicht mehr zulegen. In 20:02 laufe ich laut meiner Uhr ins Ziel ein. Trotzdem bin ich erstaunlich zufrieden. Weniger als 10s hinter meiner Vorjahreszeit und immerhin meine 2.-beste Zeit für einen 5er! Noch besser wird es als ich die offizielle Zeit sehe – 19:59!! Was für eine Punktlandung! Geradezu perfekt für diese Saisonphase!

Vor allem gibt es dadurch ein gutes Gefühl hinsichtlich Schnelligkeit im Vergleich zum Vorjahr trotz weniger Training nicht wirklich verloren zu haben. Die gefühlte Qualität wirkt sich also aus. Jetzt gilt es weiterhin schön abwechslungsreich/herausfordernd zu trainieren, denn eigentlich wollte ich ja in den ersten Saisonmonaten vor allem das Schwimmen und Radfahren forcieren. Ersteres hab ich gemacht, zweiteres nicht unbedingt – aber insgesamt dürfte die Richtung wohl stimmen. Nur einen Jahresplan sollte ich mir doch wohl mal endlich machen. Damit die gute Basis nicht gleich wieder verpufft.

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