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gleich und doch verschieden

Aquathlon Vöcklabruck 2015

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400m indoor schwimmen und 3,2km laufen (Angaben lt. Veranstalter) – kurz und knackig geht es da in Vöcklabruck zu – doch ob das auch was für mich ist?

Angesichts der Vorjahresergebnisse schien es nicht so stark besetzt zu sein bzw. rechne ich mir kleine Chancen auf eine gute Platzierung in der allgemeinen Klasse (alle jüngeren Klassen hatten andere Distanzen zu bewältigen) aus. Doch der erste Blick in die Starterliste für heuer belehrt mich eines besseren – alle 4(!) anderen Starter in meiner Klasse sind lt. Google deutlich stärker als ich. Na gut, dann gilt es halt den letzten Platz ehrenvoll ins Ziel zu bringen.

Am Wettkampftag rausche ich schnell von der Arbeit per Rad nach Hause, esse eine Kleinigkeit um dann gleich weiter ins Hallenbad Vöcklabruck (quasi mein Heimspiel) zu fetzen um rechtzeitig die Startunterlagen abzuholen. Das getan (und dabei erstmals die Startnummer auf den Oberarm gezeichnet bekommen :-)) bleibe ich aber gleich im Bad und warte auf meinen Start.

Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass die Kinderbewerbe gar so lange dauern. Erst knapp 4h später ist mein eigener Start dran. Zuvor allerdings bleibt mir hinsichtlich der Junioren und auch Kinder angesichts der Schwimmzeiten die Spucke weg. Die würden mich so gnadenlos panieren, da bin ich richtig froh, dass die noch einer „unteren“ Klasse antreten – denn 20s auf 25m schwimmen die alle recht locker. Bei mir ist das Supersprint! Und ich wäre danach rastbedürftig. Doch die schwimmen halt noch weiter ihre 25 – 275m hinten dran. Bäm!

Na gut, sich vorher im Erdloch zu verkriechen bringt nichts – mehr als mein Bestes geben kann ich nicht und muss ich ehrenvoll ertragen. Immerhin sind dann insgesamt 11 Mitstreiter (davon eine Mitstreiterin) mit mir gemeinsam am Start. Die Chancen vom hinteren Podium zu springen steigen (hoffentlich).

Startschuss! Alle 12 stoßen wir uns beim Wasserstart von der Wand ab und dann wird geknüppelt. Bist du d… Da geht die Post ab. Rechts von mir sind bald nur mehr Luftblasen zu erkennen. An meinem linken Mitschwimmer kann ich 4 Längen lang einigermaßen dranbleiben (bei 20-23s pro Bahn), dann merk ich dass es einfach zu viel wird und lasse abreißen. 16 Längen sind ja insgesamt gar nicht so viel doch es zieht sich wie Strudelteig. 8 Bahnen noch, 7, 6, 5, 4… Uff. Langsam wird das Becken leerer. Und endlich darf ich auch rausklettern. Doch ausruhen ist bei der kurzen Distanz nicht drinnen.

Leicht schummrig vom Schwimmen geht es die 20m zur Wechselzone. Ein kurzer Blick retour liefert mir dass noch 2 andere im Becken unterwegs sind. Die Zeit ist für meine Verhältnisse genial – 7:06min für 400m, also 1:46/100m! Mein absoluter Rekord bis jetzt. Und jetzt kommt mein starker Teil – der Lauf.

Der Startnummerngurt ist schnell drauf, doch bei den Schuhen komme ich trotz Schnellverschluß nicht so schnell hinein wie ich gerne gewollt hätte. Dazu vertippe ich mich beim Hinauslaufen bei der Uhr, aber egal – nun geht es ab auf die 5 Runden in den Stadtpark.

Doch irgendwie geht es nicht – jeder Schritt ist eine Qual, die angezeigte Pace ist auch jenseits von gut und böse, irgendwo über 4:20min/km. Dazu regnet es. #mimimi
Kurz nach dem Laufstart überholt mich ein anderer Teilnehmer – damn, noch weiter hinten! Doch ich bleib an ihm dran – ca. 10m dahinter. Die Lücke zulaufen kann ich derzeit nicht, aber größer wird sie auch nicht.

Immerhin kann ich bald einen anderen Läufer überholen, bevor ich nach der 2. Runde vom späteren Sieger überrundet werde.
So, danach wird wieder ein weiterer Läufer überholt und es geht in die vorletzte Runde. Und ich merke der vor mir kämpft etwas. Ich schließe die Lücke kann jedoch in der langgezogenen Kurve nicht vorbeigehen und laufe auf gleicher Höhe die paar Extrameter (klassischer taktischer Fehler – entweder durchziehen oder warten aber keine bescheuerten Extrameter laufen!!). Dann schaffe ich es doch und gehe vorbei. 🙂

Doch in der letzten Runde kommt wieder mein Problem auf den kurzen Strecken – Übelkeit und ein Aufstoß-Gefühl kommt auf. Der Mageninhalt bleibt drin! Das ist nun schon das dritte Mal das mir das passiert und jedesmal auf der letzten Runde. Das erste Mal war es letztes Jahr beim Stadtlauf hier in Vöcklabruck (5,8km) und das 2. Mal erst vor 2 Tagen beim Gmunden 5000er. Und eben jetzt auf den 3,2km. Mist!

Ich muss etwas Tempo rausnehmen (der letzte Kilometer ist >4:30min/km!!) und werde wieder zurück-überholt. Ich schaffe es aber wieder nur ein paar Meter dahinter zu bleiben und nicht komplett abzureißen. Langsam beruhigt sich der Magen wieder etwas. Vielleicht geht bei einem Zielsprint etwas.

Auf den letzten 200m greife ich an und hol nochmal alles raus. Die Lücke schließt sich und ich bin auf gleicher Höhe. Nur noch ca. 100m. Doch mein Kontrahent hat doch noch ein paar Körner gespart und zieht mir wieder davon. Keine Chance für mich.

Im Ziel bin ich dann als gesamt-8. bzw. 7. Mann (sogar die einzige Frau hat mich um ca. 20s geschlagen) mit einer Zeit von 20:56 – somit ergibt sich ein Laufsplit von ca. 13:30 (bei 20s Wechselzeit) – also theoretisch 4:13min/km (wobei meine Uhr nur 2,83km angezeigt hat, die hatte aber auch lt. Karte ein paar Meßfehler).

Heilige Sch… So kurze Rennen sind schon ziemlich knackig. Und ehrlichgesagt mir auch fast zu kurz. Das ist einfach zu intensiv für mich.

Aber lustig wars auf jeden Fall! 🙂
Und den Kampf mit dem Kontrahenten fand ich irgendwie amüsant und selbst spannend. Denn bei den anderen Volksläufen sind meist nach dem ersten Drittel die Positionen bezogen und dann geht es nur noch um die Zeit; überholen tut man dabei aber (fast) niemanden mehr.

Der Gusto auf die nun kommenden und zum Glück zumindest etwas längeren richtigen Triathlons ist somit voll da! 🙂
Als erstes steht ja der Sprint in Linz am Programm (750m – 20km – 5km)! Freu mich schon!

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