Andersrad

gleich und doch verschieden

Start in die Triathlon-Saison 2015

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Nach einem halben Jahr Trainingsaufbau mit dem ein oder anderen Laufwettkampf und auch einem Aquathlon ging es endlich „richtig“ zur Sache – wenn auch nur sprintend beim Linztriathlon: 750m – 25km – 5km, und zwar bei sengender Hitze (30°+).Der Linztriathlon ist mein Start in die Triasaison mit insgesamt 4 geplanten Bewerben: nach Linz kommt noch der Steeltownman (olympische Distanz) Anfang Juli sowie 2 Wochen später meine erste Mitteldistanz in Obertrum sowie dann Ende August hoffentlich der Höhepunkt beim IM 70.3 in Zell/See.

Nachdem ich die letzten Wochen gemerkt hatte dass vor allem die Laufform langsam abbaut und ich generell recht müde war nutzte ich die Pre-Wettkampf-Tapering-Woche auch gleich ausgiebig zur Regeneration. Bzw. musste sie so nutzen, da ich aufgrund der Arbeit sowieso gerade nicht so viel Zeit zum Training hatte. Gerade einmal 8h (inkl. Wettkampf) kamen da zustande. Wenn das keine ausgeruhte Basis ist!

So ein Sprinttriathlon ist ja an und für sich keine große Sache vom Einpacken her – und wenn noch dazu ein Neoverbot aufgrund der Wassertemperatur von 23°C dazukommt kann man sich auch gleich wieder ein Trum sparen und kommt am TT-Bike fahrend mit einem Rucksack aus. 🙂

Genau so fahre ich dann auch vom Linzer Hauptbahnhof die paar Kilometer zum Pleschinger See wo die Party steigen wird. Am Startgelände angekommen treffe ich dann auch noch zufällig Michi – eine Ex-Arbeitskollegin, die so wie ich den 3er-Cup Linz – Steeltownman – Obertrum in Angriff nehmen wird.

Die Startunterlagen sind rasch abgeholt und nach dem Umziehen am Dixie-Klo (bin leider so gschamig, auch wenn es irgendwie dort grausig ist, aber NOCH war es nicht ganz so extrem…) geht es auch schon in die Wechselzone zum Einchecken und in die Startvorbereitung – ist ja schließlich nur mehr 45 min zum Start hin. Hier ist dabei recht restriktiv eingeteil wo welche Startnummer hinkommt (mit meiner Nummer 268 im Bereich von 267  -275) – so muss ich nicht lange überlegen wo es am sinnvollsten ist mein Rad zu platzieren.

Wie immer öffne ich meinen Rucksack bei der Vorbereitung 5mal wieder nachdem ich bereits dachte alles parat gelegt zu haben. Vor allem will ich gerade gehen als ich bei einem Mitstreiter den Chip am Fuß entdecke – war da nicht noch was? Genau! Damn! Den Timing-Chip hätte ich jetzt doch wirklich glatt vergessen! Aber gut gegangen, nix ist geschehen.

Am Weg zum ca. 400m entfernten Schwimmstart werfe ich noch ein Gel ein, trinke etwas und suche noch einmal besagtes Dixie-Klo (exakt dasselbe) auf. Einschwimmen, Wettkampfbesprechung und dann geht es auch schon mit einem Wasserstart los!

Das Schwimmen ist eher pfui

Das Schwimmen ist irgendwie sehr zäh. Zu dem üblichen Gerangel zu Beginn kommt dazu dass ich sowas von überhaupt nicht in einen Rhythmus hineinkomme. Zusätzlich versagt die Atmung komplett – egal ob 2er-Zug links oder rechts oder 3er-Zug – in der Lunge kommt einfach zu wenig Sauerstoff an und ich streue deswegen immer wieder einmal 1-2 Brustzüge ein um das unangenehme mit dem Nützlichen (der Orientierung) zu verbinden.

Kurz vor der 1. Boje (nach ca. 350m) beginnt es dann langsam besser zu werden und mein Schwimmen darf man auch wieder Kraulen nennen. Aber tempomäßig ist es wohl nach wie vor jenseits von Gut und Böse. Dass das letzte Schwimmtraining ca. 2 Wochen her ist ist wohl nicht so ideal.
Nach der Boje ist vor mir ein Brustschwimmer an dem ich mich wenigstens orientieren kann wenn ich schon nicht schneller bin als er. Aber irgendwann ist der dann auch weg.

Nach der 2. Boje (ca. 500m) geht es dann in Ufernähe wieder retour. Dabei mache ich auch noch ein paar Extrameter da ich mich zu weit nach rechts bewege. Aber kurz darauf ist das leidige Schwimmen dann endlich beendet! Mit einer Split-Zeit von 16:40min(!) für die 750m und als gesamt-143. (von 280 gewerteten StarterInnen) komme ich in T1.

Hier geht es erstmal ca. 400m vom Ufer über eine Wiese entlang bevor die Wechselzone beginnt. Badehaube und Brille sind schnell herunten und ich laufe hier zwar flott aber weit unter Maximaltempo um die Müdigkeit vom Schwimmen abzuschütteln. Beim Rad angekommen geht es schnell: Schwimmutensilien hingeschmissen, Brille und Helm aufgesetzt und dann geht es auch schon wieder raus. Denn meine neuen Radschuhe sind schon auf den Pedalen drauf. Zwar nicht fixiert, also ohne Gummiringerl, aber beim Herfahren heute morgen hatte ich das bereits getestet, dass es so ganz gut zum Hineinschlüpfen geht. Denn mit den Cleats laufen geht absolut nicht!

Durch diesen Geschwindigkeitsvorteil schaffe ich es sogar mich um satte 19 Plätze in der T1 zu verbessern und nur mehr als 124. mit dem Rad zu beginnen. T1: 1:40min

Das Radfahren dafür umso mehr hui

Am Rad beginne ich auch aufgrund des Schuhanziehens (bei dem ich fast rechts in die Botanik fahre) noch verhalten und rolle mich mal „gemütlich“ mit >30km/h ein. Da auf dem ersten Abschnitt noch viele Radler beieinander sind ist es quasi unmöglich den geforderten Abstand von 10m einzuhalten. Als deswegen auch Offizielle beim Vorbeifahren pfeifen bin ich momentan etwas verwirrt – war das jetzt ein Penalty oder nicht? Hilft mir momentan nichts, deswegen drücke ich nun aufs Gas um da wegzukommen. Mehr oder weniger gemeinsam mit ein paar anderen die ähnliche Gedanken zu hegen scheinen wird die Gruppe kleiner und die geforderten Abstände möglich. Dabei liefere ich mir schon mal ein erstes Duell mit den Kollegen. Mal überhole ich die anderen, mal sie mich.
Nach ca. 9km geht es dann hinauf nach Luftenberg – der einzige „größere“ Anstieg auf der gesamten Runde. Dabei fliege ich auch noch an Michi vorbei – zumindest denke ich mir das nachdem ich ein „Florian“ noch hinter mir höre. Hier kann ich mich von meinen bisherigen Mitstreitern absetzen und fliege den Anstieg für meine Verhältnisse hinauf. Oben angekommen halte ich bis jetzt bei einem Schnitt von über 34km/h (unten waren es 36!) – nicht schlecht, aber da geht noch was! Olympe läuft einfach perfekt und den Beinen taugt das Gekurbele. Kombiniert mit dem nach wie vor stattfindenden Überholen (der umgekehrte Fall passiert nur selten) ist es einfach Genuß pur!

Gegen die Hitze trinke ich dabei regelmäßig mein mitgebrachtes Iso und nach ca. 20km werfe ich noch ein Gel vor allem in Vorraussicht auf das Laufen ein.

Das Radfahren lief für mich wirklich perfekt – 42:45min auf den gut 25km machen einen Schnitt von >35km/h – ergibt insgesamt die 82. Zeit und gesamt Platz 100 – somit insgesamt wieder 24 Plätze verbessert! Yeah!

Beim Abstieg vom Rad passiert mir dann ein kleines Malheur – ich schlüpfe ja schon vor der gelben Linie aus den Schuhen um eben wieder geschmeidiger zum Wechselplatz laufen zu können als mir beim Absteigen ein Schuh vom Pedal fällt. Es ist aber nicht so schlimm – ich bremse kurz, nehme ihn in die Hand und weiter gehts.

Da mein Radabstellplatz direkt neben der Penaltybox ist frage ich während dem in die Schuhe schlüpfen ob ich eine Zeitstrafe kassiert habe. Die Antwort ist lapidar „das musst du schon selbst wissen“. Nachdem ich aber meine Nummer nicht gehört habe und ich bezweifle dass so ein ganzer Pulk abgestraft wird riskiere ich und laufe ohne Strafe los. In dem Penalty-Trubel habe ich aber vergessen meinen Helm abzunehmen worauf ich von der Crew lautstark hingewiesen werde – also nochmal retour, Helm ab und wieder los. Sind aber zum Glück nur ca. 20 Extrameter. T2: 1:10min, gesamt Platz 99. (wieder einer :-))

Die Hitze macht das Laufen hart

Die Laufstrecke ist eine Wendepunktstrecke – zuerst ca. 2,5km oben am Donaudamm entlang, dann hinunter und retour mit einer kleinen Extraschleife über eine Wiese vor dem Ziel. Beim Weglaufen höre ich bereits wie der Sieger mit neuem Streckenrekord ins Ziel kommt – wow, tolle Leistung! Aber jetzt geht noch um die eigene Leistung.

Ich versuche möglichst locker wegzulaufen – trotzdem ist es gleich einmal eine 4:17 am ersten Kilometer. Die Hitze brennt hier am Donaudamm ziemlich unbarmherzig herunter. Langsam schiebe ich mich aber an andere Läufer heran und vorbei. Zwar nicht ganz so viele wie am Rad aber doch netto verbessernd. Der 2. Kilometer bzw. der Rest bis zum Wendepunkt zieht sich etwas. Doch dann geht es auch schon zum WP hinunter und hier ist auch 1,5km lang Baumschatten wo es nicht ganz so unangenehm zum Laufen ist. Die Pace geht zwar etwas hinauf (4:23, 4:25, 4:29) aber es geht immer noch erstaunlich gut. Außerdem versuche ich mir bewusst noch etwas für den Abschluß aufzusparen und auch um nicht wieder in den Beinahe-Übergeben-Status wie letztens in Attnang-Puchheim und Gmunden hineinzukommen.

Kurz vor dem Ende bevor es vom Donaudamm auf die Extraschleife geht komm ich mit meinem Zählen der Überholten bzw. der mich Überholenden durcheinander (vorher war es 8:1) aber egal, nur mehr ein halber Kilometer und dann ist es aus! Denn jetzt merke ich schon die Strapazen und bin froh wenn ich endlich stehenbleiben kann.
Vorletzte Kurve, letzte Kurve – ich geb nochmal Vollgas damit mich auf der Zielgeraden keiner mehr überholt und dann ist es geschafft! 1:24:16! Holla, damit bin ich zwar 2,5min langsamer als letztes Jahr beim Steeltownman-Sprint, dort war aber auch 5km weniger Radfahren!

Der Laufsplit war auch noch ganz ordentlich: 21:58 (4:24min/km) – 75. Teilzeit, somit also meine beste Disziplin heute auch wenn sich das Radfahren bei weitem am besten angefühlt hat.

Insgesamt ergibt das Platz 86 (somit wieder um 13 Plätze verbessert!), bei den Männern Platz 79 und Platz 27 in meiner AK.

Von der Motivation her war das ein toller Start 2015 – das Radtraining hat sich voll ausgewirkt, das Schwimmen zwar leider weniger und beim Laufen habe ich mich trotz meiner Befürchtungen ganz gut konsolidiert. Insgesamt bin ich somit um einiges ausgeglichener als letztes Jahr – was für einen Triathleten ja gute Vorraussetzungen sind. Ich bin selbst schon gespannt auf die weiteren Wettkämpfe – vor allem freue ich mich schon auf den Steeltownman, der war letztes Jahr einfach toll!

Triathlon ist halt einfach geil! 🙂
Und definitiv der richtige Sport für mich. 🙂