Andersrad

gleich und doch verschieden

der späte Vogel frisst abends alle Reste

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Beim Sport als Nebenberuf (aka Hobby) ist immer logistisches Talent gefragt wo man am besten Einheiten unterbringen kann. Für einen Triathleten der nicht nur eine sondern 3 Disziplinen innerhalb einer Woche unterbringen muss potenziert sich das Problem.

Wenn man viel auf Twitter von anderen Verrückten (=Sportlern) aus dem Twitterlauftreff liest merkt man bald dass eine sehr aktive Tageszeit die ab 4 Uhr morgens ist.  Von 4-7 Uhr überschlagen sich gerade zu die Ereignisse wer wo zu welchem Training aufgebrochen ist – vorzugsweise laufend, kann aber auch eine Schwimm- oder Radeinheit sein. Letztere wurde vielleicht sogar am Abend zuvor begonnen.

Ähnlich verhält es sich  auch mit Stabi-Übungen. Derzeit macht gerade die #noPlankNoPain Challenge die Runde bei der im Februar täglich geplankt werden soll (dass ich da mitmache ist eh klar 😉 ). Auch hier erreichen einen bereits frühstmorgendlich die Meldungen wer wie lange geplankt hat (garniert mit Screenshots). Gar nicht so einfach zu verdauen, wenn man sich gerade erst mühseligst aus dem Bett gewälzt hat.

Denn seit ich im letzten November bei einem neuen Dienstgeber begonnen habe hat sich eindeutig bestätigt: ich bin kein Frühaufsteher! Ja, ich habe in den letzten Jahren auch schon ein paar solche Verrücktheiten gemacht und morgendliche Tempodauerläufe, 3h-bike2works oder ganze Radtouren mit Tagwache um 4Uhr gemacht. Auf Dauer bringe ich aber nicht so was zusammen. Denn meistens schaffe ich es nicht dafür auch wirklich rechtzeitig abends ins Bett zu kommen um dem Körper den nötigen Schlaf zu geben. Vor 22 Uhr bleibt das Bett unberührt.

Deswegen heißt meine Devise nun: Abendtraining galore!
Das heißt dass ich vor allem einen relativ konstanten Schlafrhythmus zusammen bekomme. Unter der Woche stehe ich um 6 Uhr auf, schließlich muss ich um 7:30 Uhr bereits zu Arbeiten beginnen und  habe da auch bereits die 40 min bike2work absolviert. Deswegen geht sich hier auch beispielsweise kein Schwimmtraining aus, denn obwohl es an manchen Tagen ein Frühschwimmen ab 6:30 Uhr gibt würde es sich für mich nicht ausgehen rechtzeitig ins Büro zu kommen.

Abends nach dem bike2work habe ich Zeit für die Familie und auch noch Zeit für einen Powernap bevor ich mich um 20 Uhr wieder aufraffe und entweder Schwimmen (Bad hat Frühling/Herbst/Winter bis 22 Uhr offen) oder Laufen gehe oder auch nur meine Stabi-Übungen mache. Aktuell ist letzteres immer dabei, auch zusätzlich zum Laufen/Schwimmen, denn wie komm ich sonst auf meine Planks?!

Überraschenderweise sieht man um diese Uhrzeit nicht mehr soviele andere Läufer auf der Straße und die Twittermeldungen sind da auch schon weitestgehend wieder abgeflaut. 😉

Früher konnte ich mir Training um diese Zeit überhaupt nicht vorstellen und auch jetzt ernte ich von meiner Umgebung immer wieder erstaunte Blicke und Gesten wenn ich davon berichte (oder auch von einer Familienfeier spätabends heimlaufe). Doch im Grunde ist es einfach. Man muss einmal damit anfangen und „hineinkommen“. Außerdem ist es wichtig dass man die Stunden davor entsprechend Kraft getankt hat, damit man auch die harten Einheiten durchziehen kann. Sonst wirds halt nur ein lockeres bis regeneratives Training.

Viel geholfen hat mir dabei der Marcothon im letzten Dezember. Denn durch das „müssen“ egal was ist kommt man gar nicht erst in Versuchung nur auf der Couch zu versumpern. Bzw. geht so eine kleine 30min-Einheit eigentlich immer, auch wenn es schon Richtung 22 Uhr geht.

Doch wie ist das danach? Von mancher Seite habe ich gehört bzw. hie und da gelesen dass es dann Probleme mit dem Schlaf geben kann. Nun, anscheinend bin ich ein Typus, der damit umgehen kann. Natürlich werfe ich mich nicht sofort anschließend ins Bett, aber eine Stunde ist da durchaus ausreichend um wieder gut schlafen zu können. Ich schlafe aber generell sehr gut ein und dann auch tief, vielleicht ist das also nur bei mir gerade günstig.

Immerhin habe ich so endlich einen zumindest derzeit dauerhaft durchführbaren Königsweg aus Familie, Arbeit und Training unter der Woche (Mo – Fr: ca 10-11h) gefunden. Ob er Erfolge im Frühjahr und Sommer bringt werde ich sehen.

7 Kommentare

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  2. Verrückt. Ich gehöre ja eher zur frühen Vogel Fraktion, also zu ganz knapp noch. Ich stehe regelmäßig um 5-6 Uhr auf, um dann erst in Ruhe mit Internetkrams und kurzes Nüchterntraining in den Start zu gehen. Danach gibts dann Frühstück und das eigentliche Training noch vor der Arbeit, starte erst zwischen 11 und 13 Uhr, das bringt Vorteile.

    Auch das frühe Aufstehen, so habe ich meine Internet Zeit bereits absolviert, wenn die Tochter aufsteht. Meistens jedenfalls 😉

    An Sport nach der Arbeit tu ich mich total schwer. Komme nicht drum rum, wenn ich Nachtbereitschaften habe am Tag danach nach 13 Uhr zu trainieren. Das sind immer meine Undankbarsten Einheiten, keine Ahnung warum. Mir fehlt da meistens die morgendliche Frische.

    An den Tagen hast du wahrscheinlich die meisten Reste als der späte Vogel zu finden ;D

  3. Bei so einer Arbeitszeit würde ich es auch früher machen. 😉

    Training am Abend ist auch nur Gewohnheitssache – wie gesagt vor 1-2 Jahren ebenso noch komplett undenkbar für mich. Man darf halt nicht mit den Gewalteinheiten starten sondern nur kurze Units machen. Dann wird das bald zum Selbstläufer und die Einheiten auch länger.
    Aber einen Longjog mit >25km würde ich auch jetzt nicht abends machen, aber wer weiß was noch kommt… 😉

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  5. Ich habe mich dafür entschieden, die Einheiten direkt nach der Arbeit „abzuleisten“. Schwimmen geht gar nicht anders. Laufen ist mir vor der Arbeit zu riskant (bin zum Teil selbstständig -> nix getan = nix verdient). Außerdem macht Sport satt.

    • Hallo Falk,

      inwiefern ist Laufen vorher riskant für dich? Gehts um die verlorene Arbeitszeit als Selbständiger?

      Bei meinem vorherigen Job ging ich öfter mal davor laufen (ging sich durch die Arbeitszeiten besser aus als jetzt) und war danach in der Arbeit besonders „frisch“ im Kopf – von dem her würde ich es auch jetzt wieder machen wenn ich dabei nicht vor 6 Uhr aufstehen müsste (das ist meine individuelle dauerhafte Aufsteh-Schmerzgrenze).

      Satt fühle ich mich nachher nur dann, wenn ich vorher ausreichend gegessen habe – sonst könnte ich danach auch manchmal den ganzen Vorratsschrank leer essen… 😉

      • Ich stehe um 05.25 (seit meiner Zeit bei der Marine) auf, E-Mails (Nagios und Taiwan), Skype (Freundin in anderer Zeitzone), Krafttraining 20min., Duschen, Kochen für Mittag & mit dem Rad zur Arbeit1 9to5, Kuchenpause, Arbeit2, wenn kein Schwimmtraining. Training (Montags frei, sonst wie im Triathlon). Wenn ich da noch mehr Sport vor den 9to5 packe falle ich um 19h tot um und bin vier Stunden später wie das Kind, das zu früh ins Bett geschickt wurde.

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