Andersrad

gleich und doch verschieden

Saisoneröffnung beim Rieder Messelauf

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So, endlich bin ich auch wettkampfmässig im Jahr 2016 angekommen, auch wenn genaugenommen der erste Wettkampf der Saison ja schon der Silvesterlauf in Wels war. Beim Rieder Messelauf ging es dabei 5 Runden lang über insgesamt 10km und ich konnte erstmals sehen ob das viele und harte Wintertraining mit einem verschärften Greifplan Früchte getragen hat…

Vorbemerkungen

Denn in meinem letzten Greif-Jahr habe ich meine 10km-Zielzeit auf 40:00 Minuten gesenkt (im Vergleich zu den maximal 41:30 aus dem letzten Jahr) – einfach aus dem Grund weil ich heuer ja im Laufen einiges zulegen möchte und da auch die Herausforderung suche – und wie soll ich sonst jemals die sub40 knacken und ein „richtiger“ Läufer werden?

Meine letztjährige PB vom Attnanger Stadtlauf von 41:35 sollte diesmal auf jeden Fall dran glauben müssen. Insgeheim spekuliere ich auch mit einer hohen 40er-Zeit.

Doch nach dem intensiven Dezember mit dem beinahe durchgezogenen und nur krankheitsbedingt abgebrochenen Marcothon ist seither ein bisschen der Wurm drinnen und die Konstanz fehlt. Auf schön umfangreiche Wochen (bis 84km) folgen dann immer wieder mal welche wo ich nur kaum zum Laufen komme und gerade mal 50km oder weniger zusammenbringe und hie und da ist dem auch schon mal einer der für den Salzburgmarathon so wichtigen langen Läufe bis 35km zum Opfer gefallen oder wurde entsprechend verkürzt. Die von Greif geforderten 2 Tempoeinheiten pro Woche mache ich auch nicht immer vollständig, sondern lasse ab und zu eine davon ausfallen oder ersetze sie durch einen kurzen Regenerationslauf. Außerdem fällt es mir immer schwerer die schnellen Tempodauerläufe zu schaffen. Intervalle bis 2km sind alle nicht gerade easy, aber ich schaffe sie in der vorgegebenen Pace. Ab 10km werde ich allerdings 10-15s/km langsamer. Vermutlich ein Zeichen, dass ich tempomässig beim Plan doch etwas zu hochgegriffen habe. Dafür habe ich bereits meine ersten 3km als Endbeschleunigung beim 35km-Longjog erfolgreich absolviert. Die Grundausdauer sollte also stimmen.

Zurück nach Ried: Es ist kalt (5°C) und nass, aber der Regen und teilweise Schneefall bei der Anfahrt hört zum Glück vor dem Wettkampf auf. Durch die gleichzeitig stattfindende Sportmesse übersehe ich fast die Zeit, doch es geht sich mit Einlaufen alles aus. Eine halbe Stunde vor Start dann das obligate Gel (diesmal als Test von mulebar – schmeckt mir aber nicht sonderlich gut wie ich feststelle).

Wettkampf

Startschuss. Auf dem 2km-Rundkurs am Messegelände sind einige scharfe Kurven drinnen, dafür ist er topfeben. In der ersten Runde ist es bei ca. 230 Startern (gemeinsamer Start der 4km- und 10km-LäuferInnen) dementsprechend eng. Ich lasse mich mitreissen und bin bereits nach 8:04 Minuten wieder im Start-Zielbereich. Uh. Um einiges zu schnell. Mal sehen ob das gut geht, denn so ganz locker ist das nicht.

Auf der 2. Runde ist das Feld schon merklich ausgedünnt und die engen Kurven sind nun schon gut und eng zu laufen. Doch es wird schon zacher. Und ich langsamer.  Bewusst und unbewusst. 8:15 Minuten benötige ich dieses Mal. Und gegen Ende dieser Runde kommt langsam ein Seitenstechen hoch. Dieses wird zu Beginn der 3. Runde immer heftiger und schmerzhafter. Momentan bin ich mir nicht sicher ob ich überhaupt den Lauf beenden kann. Das Tempo wird nun deutlich langsamer und ich bin bei einer 4:30er-Pace angelangt. Die PB ist somit bereits außer Reichweite. In Gedanken entschließe ich mich bereits dazu den Rest wohl eher auszutraben denn zu laufen. Shit. So habe ich mir das nicht vorgestellt.

Doch nach 1km Leiden, innerlichem Fluchen und dem Überholtwerden von dem/der ein oder anderen LäuferIn wird es plötzlich wieder besser. Zwar spüre ich es immer noch in der Seite, aber es wird mit jedem Schritt vernachlässigbarer und ich kann das Tempo auch wieder vorsichtig anziehen. Die Rundenzeit von 8:48 zeigt deutlich was ich an Tempo eingebüsst habe.

Immerhin habe ich jetzt nichts mehr zu verlieren, ist für heute eh schon den Bach hinuntergeronnen. Ich kann mich in der 4. Runde an ein paar ca. 10-30m vor mir laufenden Läufern festklammern und verliere nicht mehr weiter an Boden bzw. kann mich sogar ganz langsam wieder heransaugen. Rundenzeit: 8:29min – zwar noch nicht wieder top aber konsolidiert.

In der letzten Runde heißt es dann noch mal „all-out“! Ich kann noch mal richtig gut beschleunigen und das Tempo sukszessive steigern. Der letzte Kilometer erfolgt dabei in 3:55min/km! Dabei schaffe ich es auch noch mir den ein oder anderen Läufer wieder zu schnappen der mich in meiner Schwächephase stehen gelassen hat. Die letzte Runde wird in 8:04 sogar auch noch meine hauchdünn schnellste!

41:45min. Mit dieser Zeit bin ich dann ausgepumpt im Ziel. Wobei das Tempo wäre sicher noch den ein oder anderen Meter weitergegangen (aber nicht noch eine ganze Runde!). Die PB habe ich wie zu Mitte des Rennens erwartet nicht erreicht – allerdings waren es im Endeffekt gerade einmal 10s und somit mein 2.-schnellster 10er überhaupt. Noch dazu zu einem sehr frühen Saisonzeitpunkt (die letztjährige PB war in der Peak-Phase!). Auch wenn ich mein eigentliches Minimalziel nicht ganz erfüllt habe bin ich mittlerweile doch ganz zufrieden.

Jedenfalls gibt mir das Ansporn mich nicht zurückzulehnen sondern weiter hart zu arbeiten, denn PBs werden nun mal nicht hergeschenkt.

Anmerkungen zur Organisation

Der Lauf eingebettet in einer Sportmesse passt natürlich sehr gut. Ebenso ist es ganz fein, dass man als Läufer gleichzeitig auch noch ein Tagesticket für die Messe für sich und eine Begleitperson erhält. Garderoben und Duschen sind auch alle da, wobei die Duschen etwas näher bei den Garderoben sein könnten. So muss man eine ganze Messehalle durchqueren um dorthin zu gelangen. Das könnte sicherlich verbessert werden.

Die Streckenführung war klar ersichtlich und durch den Start in einem überdachten Bereich wäre es selbst bei Regenwetter ganz komfortabel gewesen.

Von einer Verpflegung auf der Strecke habe ich allerdings nichts gemerkt. Genauergesagt während dem Lauf nichts gemerkt. Im Start-Zielbereich ist eine 180°-Haarnadelkurve und auf der Außenseite und so platziert dass man erst in der Kurve es sehen könnte war ein Stand mit Wasser und Iso. Also irgendwie äußerst unpraktisch. Ich habe zwar nicht unbedingt während dem Lauf etwas gebraucht, hätte aber wohl einmal etwas Wasser genommen wenn es direkt an einer Geraden gewesen wäre wo man nicht extra Meter machen muss.

Die Zielverpflegung war nicht überwältigend, aber in Ordnung. Verschiedene Getränke (Wasser, Iso, Tee, Schartner Bombe) und Bananen bzw. Müsliriegelstücke waren vorhanden. Im Startersackerl waren noch ein paar Sachen mehr wie Energydrink, Wasser, Müsliriegel und Gummibärlis.

Für insgesamt 15€ also ein durchaus lohnenswerter Lauf. Besonders so wie in meinem Fall: ich war einer der ersten 50 Läufer die sich angemeldet haben und habe deswegen noch extra eine Löffler-Funktionshaube bekommen. Somit bin ich netto also positiv ausgestiegen, auch wenn ich leistungsmäßig nicht einmal einen Blumentopf gewonnen habe. 😉

 

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