Andersrad

gleich und doch verschieden

When dreams come true

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Schon lange laufe ich im wahrsten Sinne des Wortes einem Podestplatz hinterher, aber mehr als ein paar 4. Plätze in meiner Altersklasse haben bis jetzt nicht herausgeschaut. Beim heurigen Vöckla-Ufer-Lauf wollte ich auch angesichts meiner derzeitigen Laufform nicht unbedingt antreten. Erst kurzfristig habe ich mich dann doch für einen Start entschieden.

Doch mal der Reihe nach. Heuer ist der Laufumfang bis jetzt sagen wir einmal beschränkt. Ich bringe pro Monat gerade einmal 100 – 150km zusammen. Grund dafür sind vor allem die verschiedenen Ausbildungen, die ein geregeltes Training vor allem am Wochenende eher unmöglich gemacht haben.

Dafür konnte ich aber die Trainingseffizienz deutlich steigern. Kaum eine Einheit bei der kein Lauf-ABC und/oder die Koordinationsleiter dabei ist oder wo ich nicht Treppen oder Wanderwege hinaufhirsche. Mit dem reduzierten Training (zB gerade einmal 2/3 vom Vorjahr) konnte ich aber meine Leistung nahezu halten. Der Linzer Halbmarathon ging zwar ein wenig schief, aber das Ergebnis vom Silvesterlauf war zumindest ähnlich und auch beim Linztriathlon war ich auf der Laufstrecke nur geringfügig langsamer als im Vorjahr.

Den Vöckla-Ufer-Lauf (8km – großteils Schotter und ein wenig Asphalt, alles relativ flach) hatte ich als bei der Organisation am Rande Beteiligter zwar ursprünglich auf meiner Wettkampfliste für heuer, Anfang des Jahres aber dann doch eher für mich wieder gestrichen gehabt. Erst durch das Training mit der Laufgruppe (genaueres in einem der nächsten Beiträge) bekam ich dann bei der letzten Einheit 2 Tage vorher doch wieder Lust selbst am Start zu stehen um einfach einen Vergleich zu bekommen wie ich läuferisch gerade wirklich stehe.

Weniger ideal war dabei allerdings dass ich nicht unbedingt ausgeruht in den Wettkampf gegangen bin – in den 4 Tagen davor habe ich bereits 9 Stunden Training absolviert und auch am Wettkampftag mit Organisation und Aufbau der Anmeldung für den Lauf einiges um die Ohren gehabt.

Gerade einmal 25 Minuten vor dem Start habe ich mich noch schnell umgezogen, bin mich kurz eingelaufen (inkl ein paar Lauf-ABC-Übungen), noch ein Gel reingedrückt und dann ging es auch schon zum Startbereich.

GO

Letztes Jahr hatte ich den Start etwas zu offensiv angelegt und mir dadurch wohl einige Körner selbst weggenommen. Dieses Mal soll es etwas gleichmäßiger werden. Interessant ist auch das Wetter – extrem drückend, schwül und heiß! Nicht gerade ideale Bedingungen, aber immerhin für alle gleich. Letztes Jahr waren bessere Bedingungen.

So, Startschuß! Und ab geht die Post. Wieder stehe ich relativ weit vorne und wieder laufe ich etwas zu schnell an (3:59min/km). Zwar nicht ganz so extrem wie 2016 aber doch. Nach dem Spielplatz und im ersten Waldstück hat sich das Feld weitestgehend sortiert und ich habe ein ganz gute Pace (4:23 – 4:30min/km) drauf, die sich noch dazu recht leicht anfühlt. Das heißt ich sollte sie wohl ins Ziel halten können sollen.

Am Rückweg der ersten Runde merke ich bereits dass ich bei den klitzekleinen Anstiegen im Vergleich zu meinen direkten Konkurrenten immer ein paar Meter gewinne, das Kraftausdauertraining hat also gewirkt! Nach und nach sammle ich auf der ersten Runde vor mir liegende LäuferInnen ein und wundere mich dass mich noch niemand der für die Marktmeisterschaft Timelkam in Frage kommenden Läufer überholt hat. Ich warte geradezu sekündlich darauf dass einer an mir vorbei geht. Gut, ich wusste dass ein paar heuer nicht dabei sind, die letztes Jahr schneller als ich waren, aber auch die restlichen sah ich nach dem Start nicht mehr.

Ende der ersten und Anfang der 2.Runde ziehe ich einen anderen Läufer, der schon einige Male bei anderen Läufen schneller war als ich, hinter mir her bevor er einstweilen einmal an mir vorbei geht und ein paar Meter vor mir läuft. Aber wirklich absetzen kann er sich nicht.

Dafür hole ich ihn mir wieder nach der Eisenbahnunterführung bei dem kleinen Anstieg und kann mich etwas absetzen. Nach wie vor ist niemand der üblichen Verdächtigen der Marktmeisterschaft an mir vorbei gegangen. Kann es wirklich sein, dass ich da führe???

Ca. 100m vor mir sehe ich auch die beste Frau laufen und komme sukzessive näher. Jetzt merke ich bereits dass ich mir das nicht mehr nehmen lassen möchte – das 1. Podest meiner Läufer-Laufbahn ist in Griffweite!

Nach der Ager-Brücke ziehe ich dann noch den Schlussspurt an und lasse mich nun nicht mehr überholen, sondern überhole auch noch die beste Dame: ebenfalls eine Premiere – bis jetzt war immer eine Frau vor mir im Klassement! (gut, ein paar der üblichen Kapazunder waren aber heuer nicht am Start)

Im Ziel habe ich für die ca. 8km 34:10 Minuten gebraucht – entspricht einer Pace von 4:16min/km. Zwar eine halbe Minute langsamer als 2016, aber das Wetter war ja auch nicht unbedingt ideal. Somit kann ich wohl sagen, dass die Form ähnlich wie letztes Jahr sein müsste/könnte. Und das mit nur einem Bruchteil des Trainings!!

Aber noch viel wichtiger und schöner dieses Mal: ich habe es tatsächlich aufs Podium der Marktmeisterschaft geschafft – Platz 2!! Vor mir ist nur ein mir unbekannter Läufer, aber da fast 2 Minuten Vorsprung wäre der eh utopisch zum Einholen gewesen. Grämen tu ich mich deswegen nicht – hauptsache Podest! 🙂

Somit also muss ich das erste Mal wirklich bis zur Siegerehrung bleiben. Es fühlt sich zwar seltsam an da mal selber aufs Podest raufzusteigen und das bisschen Aufmerksamkeit ist mir auch nicht unbedingt so angenehm, aber das Gefühl vom Ziel und danach sind einfach cool und ganz was anderes als sonst.

An diesem Höhepunkt meiner Läuferkarriere kann es eigentlich nicht besser werden und ich werde mit dem Laufen aufhören… nein, Spaß, natürlich geht es weiter – vielleicht geht ja irgendwann sowas ja auch einmal in einer Altersklasse (M70 oder so) 🙂

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